Visionen aus der Vergangenheit

Montag, 9. November 2009

Teil 24

23.04.1998
Es schaut momentan so aus, als hätte irgendwas den ersten Dominostein angestoßen, sodass alle Anderen ins Spiel kommen. Nummer 1, so wie das heute gelaufen ist, beginne ich am 11. Mai zu arbeiten. Wirklich wahr! Nummer 2, werde PC Kurs besuchen. Diese zwei Dinge geben mir schon unheimlich viel Power zum weitermachen. Gewisse Ziele, die ich mir vorgenommen habe zu erreichen. Seltsames, eigenartiges, mysteriöses ist mir heute Nachmittag im Auto passiert. Als ich auf dem Weg nach Strasshof war, sah ich auf der anderen Straßenseite beim Kreisverkehr einen weißen Opel Kadett älteren Baujahres. In diesem saß als Fahrer, meiner Meinung nach – R. Kann das sein? Habe ich schon Halluzinationen, Wunschvorstellungen? Das Auto ist Richtung Seyringerstraße eingebogen. Konnte leider keinen dritten Blick hinwerfen, der erste war zufällig, der zweite war…sage mal…fassungslos. Natürlich könnte ich nicht hundertprozentig beschwören, dass er es war. Allein die Tatsache, dass er ja keinen Führerschein besitzt (zumindest bis vergangenen Jahr) lässt mich daran zweifeln, aber wer weiß? Auf alle Fälle, war ich eine Zeitlang sehr verwirrt, und merkte, welche tiefen, innigen und starken Gefühle, da wieder hochkamen. Ja, ja das alte Lied. Es is hoit so. Heute war das erste Kurti Konzert in Ybbs – und ich nicht da! Aber Salzburg am 8.Mai ist so gut wie fix. H. besorgt Karten. Eine gute Kombi ihn wieder zu treffen und mit ihm über das Leben zu philosophieren. Heute habe ich den 25. Brief an ihn abgeschickt. Seit September 1997 besteht jetzt dieser schriftliche Kontakt. Habe einmal berechnet, dass das fast 2 Briefe pro Woche sind. Rekordverdächtig. In seinem letzten Schreiben, teilte er mit, dass er sich die Trost & Rat Matinee im TV angesehen hat. Am So. 12.04.1998 war ich live mit dabei. F.J. ist am Sa. Bei mir eingetroffen. Abends im Krah und Stamperl. Nach der 2stündigen Kurtologie war anschließend noch ein Osterbuffet mi den VIPs. Super, wie immer. Am Dienstag, dieser Woche war ich beim Z.R. meine Zähne reparieren. Dort traf ich einen Mann von der Nachbarstiege. Nach kurzem Gespräch, stellte sich heraus, dass er Polizist ist. Er hat einiges von meinem Trennungsdilemma mitbekommen. Am Abend war er dann bei mir zu Besuch. Erfuhr, dass seine Frau und er, R. schon x-mal bei uns herumschleichen sahen. Irgendwie ist das beruhigend zu wissen, es gibt da jemand, der sich mehr Gedanken, über gewisse Dinge macht, als nur neugierig zu sein. Das mit dem Auto, hat er auch gewusst. Hoffe, dass jetzt die absolut düstere Zeit sich so halbwegs lichtet. Zumindest was einige Dinge betrifft. Vorerst hat, glaube ich, die Langeweile ein Ende. Somit ist ja schon ein großes Minus weg.
So. 03.05.1009
Genau vor einem Jahr war das, was da mit R. gelaufen ist (was auch immer es war) so gut wie zu Ende. Ich glaube an diesem Abend im Jedermann ist alles was nur schief gehen kann, daneben gegangen. Obwohl, im Nachhinein betrachtet, hat sich schon Wochen vorher einiges ins Negative abgezeichnet. Er hat nicht mehr so genau gewusst, was er eigentlich bei mir macht. Und ich hatte so viele Tiefschläge hinter mir, dass ich wahrscheinlich gar nicht mehr die nötige Kraft hatte, an irgendwas Positives in meinem Leben zu glauben. Fassungslos bin ich vor einem Haufen zerbrochener Träume (die ich nicht einmal so richtig mitbekommen und erlebt, gefühlt habe) gestanden. Warum ich heute darüber noch nachdenke? Um durch diese Erlebnisse, einiges etwas besser zu begreifen. Worauf ich bis dato keine Antwort habe und wovor ich noch ratlos gegenüber stehe, ist die Tatsache, dass ich von R. seit Jänner nichts gehört habe. Soll ich, wie bei mir so üblich, Gedanken machen? Ich denke schon. Weil, warum? Meine Gefühle zu ihm sind momentan sicher gefestigter und intensiver (geht das überhaupt?) als zu der Zeit, wo er noch anwesend war. Vielleicht habe ich mein Defizit an Erfahrung; und die Bedeutung, was eine wahre Liebe zu einem Mann wirklich ist, ist mir erst heute klar geworden. Werde so eine Chance auf Glück wieder bekommen? Etwas, dass natürlich auch noch dazu kommt, warum ich mich frage, was er so tut, ist, dass er doch so intensiv auf weiteren Kontakt mit mir bestanden hat. Eigentlich brauche ich ja nur das Telefon zur Hand nehmen…aber ich bin zu feig. Wahrscheinlich habe ich Angst vor den Gefühlen, die dann in mir hochkommen. Ob es nun gute oder schlechte wären. Vielleicht ist jetzt ganz einfach die Zeit dafür noch nicht reif. Ich hoffe nur, dass es ihm gut geht. Das er sich seine Träume verwirklichen kann, und er nicht an Chancen vorbeirennt. Weil, so fest, wie er immer behauptet hat, sitzt er auch nicht im Sattel. Oder er ist einer, derjenigen, die lieber öfter runterfallen, um dann umso stärker zu sein – für die Dinge, die er erreichen will. So wie ich, ein Labyrinth, falschen Weg eingeschlagen – eine Wand – angerannt – den nächsten Weg suchen. Umfallen, Aufstehen. Das kostet viel Kraft. Aber ich gehöre halt nicht zu den Menschen, die vorher den Plan studieren, um dann problemlos zum Ziel zu kommen. So will ich nicht leben, und außerdem kommt es sowieso erstens anders als man zweitens denkt. So wie am So., 26.04.1998 bei T.T., wo zur Geburtstagsfeier meiner Oma, mein Vater aufgetaucht ist. Geredet in dem Sinn, haben wir eigentlich nicht. Es gibt einfach zwischen uns nicht viel zu sagen. Er hat einige negative Meldungen über R. losgelassen. Aber im Grunde genommen, ist fast alles, was von diversen Familienangehörigen kommt, für mich ziemlich belanglos. Wie schon so oft von mir festgestellt, versuche meine eigenen Wege zu gehen. Dabei sind mir Andere nicht ganz egal, aber sicher nicht wesentlich an meinen Aktionen beteiligt. Als ich vergangene Woche vor der Entscheidung stand, zwischen Kurs und einen Job zu wählen, war es zwar nicht ganz easy. Ein Tag in einer EDV-Firma mit eine ziemlich einseitigen Beschäftigung, hat mir die Wahl leichter gemacht. Den Kurs musste ich zwar stornieren (weil AMS), aber den Job, den ich am 11.05.1998 angehe, der hat einiges zu bieten. Viel Arbeit, Chaos, und was mir wichtig ist – selbständiges Werken.

Sonntag, 8. November 2009

Teil 23

So.22.03.1998 (fast Mo.23.03., weil bereits 23:45Uhr)
Wie sollte es um diese Zeit anders sein. Musik im Player, Kerzenlicht und herumirrende Gedanken im Schädel. Abgesehen davon, was das Feelingsmäßige betrifft, ist speziell textmäßig eine Nummer von Soraya der Wahnsinn. „One nights like this“ Nach meiner Übersetzung nach, versucht sie (und es gelingt ihr voll) endlose Nächte zu beschreiben. Dunkle Abende, wo man (Frau) an jemanden denkt, den man sehr vermisst. Gedanken an schöne Stunden, Berührungen und die Sehnsucht danach. Es kann sein, das dieser Mensch, nicht mehr da ist, es kann aber auch sein, dass er gestorben ist. Egal, beides ist im Grunde genommen, derselbe Schmerz. Obwohl man weiß, wenn ein Mensch tot ist, ihn wahrscheinlich nie wieder in den Arm nehmen kann, will man es aber trotzdem nicht ganz akzeptieren, und tröstet sich mit den Gedanken, ihn irgendwo wieder zu treffen. Und wenn man einen Menschen, den man unsterblich liebt, nicht mehr bei sich haben kann, ist die Trauer und Sehnsucht genauso. Der Kopf weiß, dass es sinnlos ist, noch länger dran zu kiefeln, aber das Herz hört nicht drauf. Die berühmte Zeit, die alle Wunden heilt, nützen bei manchen Dingen absolut nichts. Zumindest ist es bei mir eher umgekehrt. Umso länger ich R. nicht sehe, desto mehr und intensiver scheint in mir die Liebe zu wachsen. Dies unbeschreibliche Sehnsucht ihm nahe zu sein. Ganz einfach seine Gegenwart zu genießen. Müssten die 86 Tage, wo ich ihn schon nicht gesehen habe und die Tatsache, dass das letzte Treffen (26.12.1997) von mir injiziert wurde, nicht schön langsam reichen? Nein, das Ganze ist keine Frage der Zeit, Gefühle sind für die Ewigkeit gemacht. Und bei meiner innerlichen Überzeugung und der feste Glauben an meine Gefühle, ist das sowieso nicht logisch abzustellen. Gestern habe ich 23 Bewerbungsschreiben verfasst, und bin noch am Abend zum Westbahnhof gefahren um sie aufzugeben. Alle an Schallplatten-Firmen. Vormittag habe ich mir wieder einen Bilderrahmen für das Kurti-Plakat gekauft. Leider ist das Glas wieder zerbrochen. Jetzt kaufe ich mir aber keinen mehr. Ist mir ganz einfach schon zu kostspielig. Hoffe ich kann das Ganze bald aufhängen. M. hat eine Bohrmaschine, von A. (ihr neuer Lover), die sie mir borgt.
Do.26.03.1998 (00:15Uhr)
Ist das jetzt endgültig die Antwort auf tausend Fragen? Gestern durfte ich meinen 2 x 18ten Geburtstag erleben. R. hat sich nicht gemeldet. Erübrigt sich somit jede Frage nach seinen Gedanken an mich, oder…
Immer dieses ewige Ping-Pong Spiel in meinem Kopf. Es könnte ja sein, dass…usw. Sollte nicht schon längst ein dicker Strick darunter gemacht sein? Warum stelle ich noch immer diese und jene Möglichkeit in den Rau, wenn z.B. ein jede® andere alles schon vor ewigen Zeiten abgeschlossen hätte? Bin ich so eine unentschlossene und inkompetente Frau? Eine Frau, die glaubt genau zu wissen, was sie will, aber im Grunde genommen auch wieder nicht, und nach hinten hunderte von Notausgängen freimacht? Andererseits wenn ich mir das so überlege, wer sonst Aller nicht angerufen hat, ist es äußerst betrüblich. F. hat schon um 00:00 Uhr angerufen, aber das war zu erwarten. Frau B. hat Vormittag mit mir geplauscht. Und mit M. + Kinder + A. war ich am Abend, auf meinen Wunsch (durfte mir aussuchen, was wir machen) Billard spielen. Das macht Spaß. Ja, das war es dann auch schon. Diese Kälte (nicht nur meteorologisch betrachtet) die momentan um mich herrscht ist erschreckend. Eigentlich bin ich davon überzeugt, dass es nicht an mir liegt. Heute hatte ich mit dem Verkäufer von der Plattenabteilung im Interspar, Hr.F.S., ein vielversprechendes Gespräch bezüglich eines Jobs. Durch Zufall kamen wir drauf, dass eine der Firmen, die ich anfangs der Woche mit Bewerbungsschreiben bombardiert habe, in seinem Arbeitsbereich liegt. Vielleicht gibt es arbeitsmäßig jetzt eine kleine (vielleicht größere) Chance für mich. Es wäre ja höchste Zeit, dass da was weiter geht. I shall see! Hope the Best. Obwohl ich solche Schieber-Geschichten überhaupt nicht mag; doch er hat alles von sich aus getan, somit brauche ich mir nicht als Bittsteller vorkommen. Ja, das Beste hätte ich fast vergessen, habe von M. einen neuen Bilderrahmen für meine OBK-Kleinode bekommen. Hoffe, der bleibt jetzt ganz. Weil, es sogar ein wirklicher Rahmen (rot) ist. Wäre also absolut schade drum. Ist jetzt außerdem schon der Dritte, glaube das reicht. Jetzt ist es gleich 1 Uhr. Obwohl, ich heute nicht soviel gemacht habe, bin ich doch recht erschöpft. Mit drei halbwüchsigen Kindern Billard zu spielen, zehrt auch an den Nerven. Manchmal bin ich echt froh, abends bei Kerzenlicht und entspannender Musik alleine dazu sitzen, und ganz einfach die Ruhe zu genießen. Natürlich werde ich mir diese Momente noch sehr lange mit R. wünschen…Aber es wird schon einen Sinn haben, warum es jetzt halt nicht so ist. Hoffe nur, dass es ihn gut geht, und nicht noch mehr Haare ergraut sind. Ich für meinen Teil, weiß nur, dass er für immer wer ganz Besonderer sein wird. Fest in meinem Herz verankert. Die Sehnsucht wird sich wahrscheinlich zur Ruhe legen, zwar hin und wieder aufwachen und einen lauten Schrei von sich geben, die Liebe bleibt; ich denke sie wird verblasen wie Papier, aber immer da sein.
Mi.01.04.1998
00:15 Uhr Bin seit Donnerstagabend ziemlich marode gewesen. 39° C Fieber, Husten und ziemlich erschöpft. Die meiste Zeit habe ich geschlafen. Am Sonntag, Notarzt angerufen. T.T. kommt vorbei. M. ruft öfters an, ob ich was brauche. Seit gestern kein Fieber mehr. Heute war ich mit S., Rollerskates kaufen. Mariahilferstrasse beim Westbahnhof. Ist schon sein Geburtstagsgeschenk. Beim Spar die Stange angefahren. Stoßstange vorne im Arsch. Vorher noch Autowaschen. Abends kurz bei M. drüben. Habe heute endlich Kurti den passenden Rahmen verpasst. Schaut edel aus. Höre mir wieder mal Soraya zum Träumen an. Irgendwie lässt es mir noch immer keine Ruhe, warum my Love nicht zum Geburtstag, angerufen hat. Es ist ganz einfach (denke ich mal) nicht sein Stil. Es gäbe viele Gründe – doch die meisten sind meiner Meinung, auszuschließen. Was mich am meisten beunruhigt, ist der Gedanke, dass es ihn nicht gut geht; wer weiß, vielleicht ist er wieder krank. Oder er reist wieder einmal, so wie vergangenes Jahr, in der Welt herum. Warum ich mir schon wieder so viele Gedanken mache? Ganz einfach, weil mir irrsinnig viel an ihm liegt, und er was ganz was Besonderes ist und bleiben wird. Auch, wenn es so sein sollte, und er absichtlich nicht angerufen hat. Nun durchflutet die Mystik des 9er Songs von Soraya „Nach Nächten wie diesen“ das Zimmer. Dieses Lied, wo all die Sehnsucht, Trauer, Wünsche und der Kummer zum Ausdruck kommt, den man hat, wen man (Frau) sich einsam und verlassen (ungerechtet?) vorkommt. Bin ich schon verrückt? Autos stehen vorm Balkon. Post verschwindet. Anrufe, fas, oder besser gesagt überhaupt keine. Ich glaube, es wird echt wieder gut sein, wenn ich wieder arbeiten gehe, um etwas auf andere Gedanken zu kommen. Und wieder mehr unter Menschen bin.
Mo.06.04.1998
Entweder bin ich noch nicht ganz gesund, oder meine innerliche Antriebslosigkeit und Leere hat andere Ursachen. Es ist so verdammt ruhig um mich. Und eigentlich will ich momentan auch keinen größeren Trubel. Heute ist ein Brief vom H. gekommen. Nachträgliche Geburtstagswünsche und diverse Fragen, warum keine Post von mir kommt. Keine Vorwürfe, nur sorgenvolle Gedanken. Finde ich nett von ihm, außerdem tut es mir gut, in der jetzigen Stimmung, doch noch nicht ganz vergessen zu sein. M. ruft auch regelmäßig an, und wir sehen uns auf einen Kaffee. Aber die hat ihren Kopf wo anders. Ihr jetziger Freund ist bei ihr eingezogen. Und wiegesagt, momentan verbringe ich die Zeit lieber alleine. Obwohl es umgekehrt vielleicht besser wäre. Aber die Lust fehlt mir ganz einfach dazu. Vielleicht wird es wieder besser, wenn der Kurti wieder on Tour ist. Bekannte Leute zu treffen, und vielleicht mehr Menschen kennen zu lernen, die man öfters treffen kann. Was ist eigentlich mit den anderen los? H.? T.? R.? H.? S.? Von denen hätte ich mir schon wenigsten hin und wieder einen Anruf erwartet. Ist das zu viel? Ich kann mich einfach mit der Tatsache, dass niemand mehr Kontakt hält, abfinden. Woran liegt das? Habe ich mit meinen negativen Nachrichten alle immer nur genervt? Habe ich zu wenig zur Erhaltung der Freundschaften getan? Was steckt dahinter? Oder bilde ich mir das schonwieder einmal nur alles ein? Es ist doch aber Tatsache, dass sich ja wirklich niemand meldet. Samstag war ich bei Mama am Friedhof. S. war das ganze Wochenende bei Oma. Heute habe ich einen Teil von dem alten Gewand im Keller zur Caritas gebracht. Am Abend haben S. und ich begonnen, das Kinderzimmer vor zubereiten, für die Renovierung in den nächsten Tagen. S. kauft von dem Geld, dass er zum Geburtstag bekommen hat, einen Teppich und Farbe. Finde ich eine gute Idee. Ausgemistet hat er ja schon genug in seinem Zimmer. Das WC gehört auch schon verfliest, aber monetär momentan nicht drinnen, wie so manches. Hoffe, wirklich, bald einen Job zu haben, das zehrt am Geldsackl und an meinen schwachen Nerven.

Teil 22

Endlich mobil - leider (noch) nicht im Hirn!


Mo.02.03.1998
Wahnsinn! Ich konnte mich heute das allererste Mal wieder so richtig ehrlich und herzlich freuen. Habe A + B Führerschein geschafft. Gestern Abend hat H. angerufen, und mir viel Glück gewünscht. Zur Belohnung bin ich nach der tatsächlich bestandenen Prüfung zum Friseur gegangen. M. war von 18 bis 19 Uhr da. Ich glaube, jetzt kann ich mich für die letzten Trost & Rat Sitzungen bei ihr revanchieren. Weil, warum? Irgendwas bedrückt sie. Abends konnte ich es dann nicht lassen, einige Leute von meiner erfolgreichen Prüfung zu erzählen. M., wegen Auto angerufen. T.T. lädt mich für 28.März ein. Oma freut sich auch. Muss morgen Fußnägel operieren gehen. H., Glücksengerl, philosophieren über Suchtverhalten. F., etwas reserviert, jedoch auch erfreut. F.J. freut sich über Anruf. Laut Quelle Nummer Eins (G.G.) ab April 1998 wieder Kurti Konzerte. Super! H., fragt an, wegen meiner Herzensangelegenheit. Wos soll i sogn. Ich liebe R; ganz einfach, auch wenn´s kompliziert ist. Aber die tiefste, innerste Überzeugung dieser Gefühle, sind wahrscheinlich meine Rettungsringe. Auch wenn ich schon 46 Tagen nichts von ihm gehört habe. Trotzdem – oder gerade deswegen? – Ich weiß es nicht, habe ich mich wieder ein bisschen aus der Scheiße gezogen. Auch wenn ich zeitweise den Glauben an mich verliere, an ihn glaube ich. Wahrscheinlich hat er mit seiner Aussage:“Gott zu sein“, in meinem Fall nicht einmal so unrecht. Es klingt irre. Aber irgendwas muss man glauben und überzeugt sein. Und wenn es eine nie erreichbare Liebe zu einen Menschen ist.
Di. 03.03.1998
Jetzt ist es bald 2 Jahre her, als ich begann mir über mein Leben und mich intensivst Gedanken zu machen. An denselben Ort wie heute. Im Cafe zum 1. Stock. Hat sich was geändert? Die Frage erübrigt sich. Obwohl ich nach wie vor nicht ganz von meinen extremen Tiefphasen rausgekommen bin. Aber besser ist einiges auf alle Fälle geworden. Es sind zwar einige Kontakte von früher verloren gegangen, oder die jetzigen sind von mir ganz alleine bestimmt. Heute war z.B. Post von Innsbruck, Salzburg und Burgenland im Postkastl. Super, man(Frau) freut sich. Nicht nur irgendein unwesentliches banales Geschreibe, sondern inhaltlich wertvolle Briefe für mich. Denke auch die Absender haben davon schon einiges profitiert. F., ist zwar relativ leicht eingeschnappt, wenn ich nicht sofort retourniere, jedoch im Grunde genommen, kann er es dann doch nicht lassen, und wieder eines seiner Bastelmeisterwerke loszuschicken. H. philosophiert weiter über das Leben und Suchtverhalten. Und der liebe H., säuft sich nieder und ist im Dauerstress. Somit ist der heutige Abend schon für die jeweiligen postalischen Retourangriffe verplant. War jetzt bei der Polygram vorstellen. Würde mich absolut reizen. Der Job ist leider auf sechs Monate befristet. Gehaltsmäßig wurde noch keine Einigung erzielt. Der Betätigungsbereich liegt in der Kontrolle, Fakturierung, Lagerbuchungen und Registratur. Und die Ausgabe von Büromaterial ist auch dabei. Muss ich mir noch durch den Kopf gehen lassen. M. hat gestern auch von einer Stelle gesprochen. Erfahre noch genaueres von ihr, bezüglich Betätigungsbereich.
Sa.07.03.1998
5 Uhr früh. Vor ca. 45 min. nach Hause gekommen. War am Integrationsball vom Willy. Super. Echt toll. Musik, Speis, Trank und die Stimmung. Eine große Familie. Einige Leute von der Clique getroffen. Das war wirklich toll. Fast genauso gut wie ein Kurti-Konzert. Ein Liedel hat er auch geträllert. Die „Neiche Schoin“ Heute hat es sogar gepasst. Fesch war er im Anzug. Eines hat mich abgelenkt. Der Tontechniker hat irgendwie Ähnlichkeit mit R. gehabt. Schön wär´s gewesen, wenn er´s gewesen wär. Oder? Warum, war ich dort? Eigentlich um meinen etwas größeren Frust über die Absage von Polygram zu verdauen. Hat leider nicht geklappt. Vormittag habe ich mir meinen harterlernten Führerschein abgeholt. Nachmittag habe ich M. fertig gebügelt. Mit Fr.B., Fr. K., R., T. telefoniert. R. ruft auch an, wegen Oma. Operation gut gegangen. Jetzt, wo ich wieder so live, Musik erlebt habe, weiß ich wieder oder bestätigt sich wieder, wie gut das tut. Es ist ganz einfach ein absolut erhebendes Gefühl von so angenehmen Tönen umschwirrt zu werden. Mein Motto „Rund um die Uhr, Musik“ ist sicher nicht übertrieben. Im Gegenteil, könnte davon noch mehr brauchen. Es ist ganz einfach ein unbeschreiblicher Rauschzustand. Die Klänge und Vibrations von den Instrumenten einzuatmen aufzusaugen. Überhaupt, Gitarrenklänge. Sollte ich vielleicht selbst zu spielen beginnen? Ich glaube, das überlasse ich lieber den Profis.
So.08.03.1998
Bin ich für mein ganzes restliches Leben verdammt, R. so zu lieben? Oder ist es ganz einfach eine irre Überzeugung, von der ich ganz einfach nicht loskomme? Manchmal glaube ich, ich bin besessen von diesem Gefühl, verflucht, verhext oder sollte ich verzaubert sagen? Au der einen Seite ist es ein furchtbar angenehmes Gefühl, auf der anderen Seite, wohin soll mich das noch bringen? Soll ich mir wünschen, dass es vorbei geht? Glaube, wahre Liebe kann man nicht ganz einfach verschwinden lassen. Dauernd stelle ich mir tausende Fragen. Bin ich so stur und uneinsichtig, dass ich nicht kapiere, dass R. nicht mit mir zusammen sein will – kann? Jetzt wo sich die Nächte wieder dem Vollmond nähern, hoffe ich insgeheim, dass es ihn überkommt, und er doch wieder ein bisschen an mich denkt. Was ist das, was ihn so durch den Kopf geht? Jetzt hatte ich wieder einen grauslichen Traum. R. ist unheilbar krank. Er lebt nicht mehr lange. Was würde ich tun? Was er machen würde, dass kann ich mir vorstellen. Den ganzen Krempel hier in Wien hinschmeißen und auf und davon und Tschüss! Bin ich mir wirklich schon wichtiger, als jede andere Person? Oder habe ich noch vieles dazu zu lernen, um diesen Egoismus zu beherrschen? Wird das – diese Denkerei vorbei sein, wenn ich wieder ein geregeltes Alltagsleben führe? Ich weiß gar nicht so recht, ob ich das wirklich will. Das heißt wieder Anpassung und ein gewisser Freiheitsentzug. Bei meiner Entscheidung, mich von R. zu trennen, war ich davon überzeugt, absolut keine Beziehung mehr eingehen zu wollen. Daran hat sich insofern nichts geändert, dass es nur einen einzigen Menschen gibt, mit dem mich wirklich was Besonderes verbindet. Damals habe ich, glaube ich, noch gar nicht begriffen, was da geschehen ist. Heute, weiß ich, was es bedeutet einen Mann, so zu lieben, dass es unauslöschbar ist. Nur heute, wo ich das begriffen habe, ist es zu spät. Oder? Ist es nur darum für mich so kompliziert, weil ich daran nichts ändern kann? Normal, wenn ich was erreichen will, versuche ich nur alles Mögliche, um es zu schaffen. In diesem Fall bin ich machtlos. Gibt es nicht doch noch irgendwo eine winzig kleine Chance? Was ich bis heute nicht ganz verstehe, warum ab dem Zeitpunkt, wo ich ihm gesagt habe, dass ich ihn liebe, alles so negativ gelaufen ist? So wie es vorher war, hat er einmal gesagt, war´s o.k. Und dann, was ist da in ihm vorgegangen? Hat er die Panik bekommen? Eigentlich sind diese Fragen sinnlos. Weil, warum? Es ändert nichts! Aber es beschäftigt mich. Was soll ich tun? Es ist halt so. Irgendwann schließt sich irgendwo irgendwie (manchmal mit ein paar Umwegen) der Kreis.
So.15.03.1998
Die vergangenen Tage waren eher ereignislos. Einmal war ich mit R. und R. bei Oma im Spital. Jetzt ist sie wieder zu Hause. Die meiste Zeit verbringe ich daheim. Das Wetter macht mich noch wahnsinnig. Hoffentlich wird es bald wärmer und die Sonne lässt sich wieder öfters blicken. Abgesehen von den tristen klimatischen Bedingungen, herrscht auch in mir sowas Regenstimmung. Zumindest bewölkt. Ich kann es ganz einfach nicht verstehen, warum meine Gedanken an R. immer intensiver werden. Diverse Ablenkungsmaßnahmen helfen überhaupt nicht. Dieser permanente Wunschgedanke bei ihm zu sein, ist zeitweise…unergründbar, seltsam. Was ist das in mir, was dauernd nach ihn schreit? 80 Tage – solange habe ich R. schon nicht gesehen. Will ich ihn wirklich treffen? Kann ich ihm wirklich nur mehr als Freund begegnen? Oder ist meine Liebe zu groß Weis doch ganz genau, wie ich mich fühle, wenn ich in seiner Nähe bin. Es genügt schon seine Stimme am Telefon zu Hören. Es ist jedesmal ein Kampf in mir mit meinen Gefühlen. Sagt man nicht immer, man soll sein Gefühlsleben raus lassen? Nichts unverdaut lassen. Ausleben. Wie soll das funktionieren? Eigentlich sollte alles abgebaut werden, stattdessen, wird es immer größer und bewusster.
Mo.16.03.1998
Heute war es soweit. Bin meine ersten (97 Kilometer) alleine mit dem Auto gefahren. Momentan ist es mir noch lieber, niemand mit zunehmen. Um 9 Uhr war ich bei M. Der Versicherungsmann war innerhalb einer Stunde vom Verkehrsamt mit dem Anmelden fertig. Mittags habe ich dann S. zur Schule gebracht. Anschließend war ich kurz bei O. R. hat mir ein paar Singles aufgenommen. Nachmittag kurz beim Hofer. Abends von 19 bis 21:15 Uhr herum gefahren. Ideale Bedingungen zum Üben. Regen, Finsternis. War kurz in der S.Gasse. Weil, warum? Weiß nicht was ich mir dabei gedacht habe. Bin sowieso zu feig, ganz einfach auf Nummer vierzehn an zu läuten. Obwohl, er war glaube ich, zu Hause. Dieser Mensch ist wie ein Magnet. Jetzt fahre ich schon sinnlos in seiner Wohngegend herum. Wo soll das noch hinführen? Außer vielleicht in eine enge Sackgasse, wo ich nicht mehr umdrehen kann. Irgendwie mach ich schon wieder mit sinnlosen Gedanken fertig. Im Grunde genommen und genau betrachtet sind es eigentlich keine Gehirnströme, die hier fließen – sonder ganz einfach die Sehnsucht – Gefühle – die irrsinnig stark sind. Viel größer und stärker als je zuvor. Klare Gedanken bei diesem inneren Drang zu finden, fällt mir schwer. Sellerie! H. hat eine Glückwunschkarte (Führerscheinprüfung) mit Tipps für Autoradio geschickt. Freut mich. Diesmal dürfte er etwas mehr Zeit und Ruhe gehabt haben, weil die Schrift leserlicher ist. Mit M. u. A. eine kurze Runde gedreht. Denke das reicht den Beiden für den Anfang. Wie gesagt mir ist es momentan sowieso lieber alleine herum zufahren. Kann dann das Autoradio wenigstens laut aufdrehen.
Di. 17.03.1998
Die alte Stereo-Anlage hat den Geist aufgegeben. Kann ohne meine Musik nicht leben. Drum habe ich mir heute beim Macro-Markt eine Minianlage gekauft. Bis ich mir einmal die X Tausender für eine Ordentliche leisten kann, wir es noch eine Zeit dauern. Bis dahin glaube ich, reicht die Kleine auch. Die bekommt dann S. Natürlich konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, einige CDs zu erstehen. Unter Anderen auch welche von Soraya und K.D.Lang. Habe diese Namen schon öfters gehört, doch die Musik dieser Damen nicht gekannt. Willy spielt manchmal was von Ihnen. Und R. hat mir das letzte Mal was vorgespielt. Dabei hat er mir gesagt, dass er das sehr oft spielt und unheimlich gut findet. Wir haben wirklich Beide denselben Geschmack, was absolut gute Musik betrifft. Doch wenn ich mir das so anhöre und die wohltuenden Klänge genieße, frage ich mich, was in ihm dabei so vorgeht? Soviel Sanftheit, Gefühl, Romantik, irgendwie Wehmut vermittelnd diese CDs. Welche Stimmung muss ihn bewegen, sowas zu hören? Und so wie ich ihn kenne, und einschätze, hört er nicht nur, sondern fühlt die Musik. Ist es aber auch nur ganz einfach zum relaxen? Als Ausgleich zu seinem stressigen Leben. Wenn ich von meinen Beweggründen ausgehe, welche Musik ich hören will, hängt das absolut von meiner derzeitigen Stimmung ab. Also denke ich mir, wenn man (Frau) diese Lieder hört und mitfühlt, würde ich ganz einfach eine gewisse Traurigkeit, Sehnsucht und Wehmut empfinden. Was bedrückt ihn? Was mach ihn so traurig? Mache ich mir schon wieder unnötige Gedanken? Das sind genau betrachtet eigentlich keine Überlegungen, sondern meine innersten Sinne vermitteln mir diese Fragen. Von Einem bin ich überzeugt, er kann mir nicht vormachen, dass er so wirklich glücklich und zufrieden mit seinen jetzigen Leben ist. Er ist halt immer der Meinung, mit gewissen Dingen, selbst zu Recht kommen zu müssen. Irgendwie hat er ja Recht; habe es bei mir in letzter Zeit sehr oft gemerkt. Doch, ich glaube auch die Schulter zum Anlehnen (die im Herz) braucht auch er manchmal. Kann ich ihm diese geben? Soll ich es wieder versuchen? Wird er sie annehmen? Wahnsinn, Soraya überflutet mich gerade mit einer Woge von unbeschreiblichen Regungen in meinem Körper. Musik ist eine Droge. Musik und R. Das verbindet uns. Hirn sagt – Nein! Herz sagt – Ja! Ein irrer Kampf! Aus – Ende – Schluss – Genug. R. ich liebe Dich mehr als je zuvor.

Samstag, 7. November 2009

Teil 21

Do.12.02.1998
Es ist 1 Uhr. Vollmond. Willy bluest sein Reserviert fia zwa. Habe mir vom letzten Jahr die Fotos angesehen. Besonders, wo R. oder ich drauf sind. Die Bilder vermitteln mir immer das jeweilige Gefühl, dass ich damals empfunden habe. Oder was damals so geredet und was wir gemacht haben. Ich schreibe in meinen Briefen immer davon, jeden Tag, so zu leben, als wäre es mein Letzter. Mache ich das wirklich? Eigentlich habe ich keine Kraft mehr dazu oder ich weiß nicht mehr woher ich sie hernehmen soll. Wahrscheinlich gehört diese absolute Tiefphase dazu. Um dann, wenn es endlich weiter geht, alles besser und intensiver zu genießen. Eines habe ich nicht verloren. Den Glauben an die wahre Liebe. Mich liebt zwar niemand, aber ich liebe R. Wohin mich diese tiefste und innerste Überzeugung noch hinführt weiß ich nicht. Vielleicht in den Wahnsinn. Aber etwas ab normal komme ich mir sowieso schon länger vor. Aber die wenigen Überzeugungen die ich noch habe, die lasse ich mir nicht mehr und von niemand wegnehmen. Ob es gut ist? Egal! Ich glaube dran. Einmal kommt die Antwort – die Lösung – das Ziel – das Resultat. Letztes Wochenende war ich nach Langem wieder einmal mit M. weg. Zuerst im Krah. Da gab´s Blues. Sie hat es nicht lange ausgehalten – also Tenne dann Four Roses. Fazit. Recht lustig. Um 04:30 Uhr zu Hause. Am Samstag, war ich dann sehr schlecht drauf. Falco ist gestorben – 41 Jahre. Und meine mühsamst eingespeicherte Plattensammlung war plötzlich im PC nicht mehr abzurufen. Jetzt ist Gott sei Dank wieder alles da. Vollmond. R., bist du wach? An was denkst du? Was beschäftigt dich? Machst du dir überhaupt Gedanken? Du hast ja immer gesagt, man soll das Denken, denen mit größeren Köpfen überlassen. Aber ich glaube, du denkst noch viel mehr nach als ich. Warum schreibe ich als würde ich mit R. reden? Weil ich mir das so wünsche, und weil ich weiß, dass mir das gut tut. Reden. Was ist egal. Es hört wer zu. Es versteht mich jemand. Es setzt sich damit jemand ernsthaft auseinander. Ich glaube, dass ist das, was es ausmacht. Was mir die Überzeugung zu der Liebe gibt. Und die absolute verdammte Ehrlichkeit und Wahrheit. Sie tut weh. Aber ich brauch das.
So.15.02.1998
Vergangene Woche hatte ich am Donnerstag mein absolutes tiefstes Downunder. Habe soviel geweint. Dazwischen war zwar eine Faschingsfeier mit dem Motto „Spaceparty“, aber jetzt ist wieder der Zeitpunkt, wo es wieder runter geht. Runter die tiefen schwarzen zerfressenen Löcher meiner Seele. Irgendwie habe ich das Gefühl, das momentan alles egal ist. Ich lebe so auf einer Wurschtigkeitswelle. Auch Aktionen die mich von dieser Phase eigentlich wegbringen sollten, helfen nicht. Es läuft sozusagen alles an mir vorbei. Gestern waren M. +M. da. S. hat endlich die Haare geschnitten bekommen. M. hat S. fünf Nintendo Spiele abgekauft. Nachmittag war ich kurz bei M., meine Sachen (Kleidung) holen, und die vergangene Nacht zu bequatschen. M. +M. sind um ca. 23 Uhr gegangen. Habe dann 13 Bewerbungsschreiben an die diversen Schallplattenfirmen getippt. Samstagmittag meldet sich kurz F.J. vom Zentralfriedhof und berichtet vom Begräbnis vom Falco. Morgen darf ich das vierte Mal zur Führerscheinprüfung. Welches Gefühl ich habe, kann ich nicht so genau sagen. Gelernt habe ich in letzter Zeit, glaube ich genug. S. (vom Seminar) hat heute Vormittag zum 2.mal angerufen. Sie arbeitet in der Wechselstube am Stephansplatz. Wenn nicht viel los ist, meldet sie sich, und wir plaudern etwas. M. würde ihr Auto um ÖS 40.000,-- verkaufen. Das wäre ja nicht so schlecht. Aber monetär schaut´s nicht sehr rosig aus. Im Prinzip wär´s mir wuarscht, aber bei dem Minus auf der Bank, wird es immer schwieriger, Geld zu bekommen. Ein zusätzliches Einkommen wäre nicht schlecht. Oder endlich ein ordentlicher Job, damit ich wieder was Sinnvolles tun kann. Mein Tagesablauf verlagert sich meist in die Nacht. Wenn ich dann schlafen gehe, fällt es mir schwer. Kreisende Gedanken in meinem Schädel. Natürlich auch die an R. Ich wage es ja gar nicht mehr, an ihn zu denken. Er ist immer wieder mein Zentrum der Gedankengänge. Wahrscheinlich, weil es ganz einfach, einer der wenigen positiven Gedanken sind. Ist das alles schon krankhaft? Manchmal zweifele ich an mir schon sehr. Den Vorsatz, ganz einfach alles so zu tun, wie es Spaß macht, fällt mir schwer. Ich versuche es. Aber irgendwas fehlt zum Schluss immer. Es ist nichts falsch, was ich mache, es tut mir auch nicht leid, aber im Nachhinein betrachtet, ist alles so sinnlos. Manchmal denke ich mir, es ist so, weil ich von nirgends ein Echo bekomme. Keine Bestätigung. Warum brauche ich das eigentlich? Weiß doch selbst, ob es für mich gut ist oder nicht. Trotzdem. Es ist eine Art von Einsamkeit. Eine Kälte. Auch wenn es dieser Tage schon bis zu zwanzig Grad hatte. Eines macht mich auch manchmal recht unsicher. Meine Lust nach Sex. Wie kann man (Frau) nur so geil sein? Wahrscheinlich ist es immer die Ungewissheit, wann es wieder so weit ist. Vielleicht ist das überhaupt die Ursache Nummer 1 meiner gesamten Probleme. Keine konkreten Ziele vor Augen. Auch wenn sie offensichtlich da sind, bedeuten diese nicht das, was mir fehlt. Was fehlt mir überhaupt? Die Schulter zum Anlehnen, die tief in irgendeinen Herz eines Menschen steckt. Die Wärme und Geborgenheit, die ich in meinem Leben nur ganz kurz verspüren konnte. Bei R. Vor einem Jahr, als ich das alles noch hatte und fühlte, konnte ich es gar nicht fassen um es richtig zu genießen. Aber heute weiß ich, wie gut es mir getan hat. Heute wo ich es nicht mehr habe. Nur die angenehme Erinnerung an die wunderbaren Stunden sind noch in mir drin. Diese einzig, wahren, ehrlichen und absolut lebensbejahenden Gefühle, die mir soviel Kraft gegeben haben. Heute weiß ich nicht mehr, wie viel Reserve ich noch habe.
Mo.16.02.1998
Dieser Tag, geht als ganz dickes Plus in meinem Leben ein. Weil, warum? Endlich eine Stufe raus aus dem Sumpf. H. hat einen ganz lieben selbstgebastelten Valentinsgruß mit aufmunternden Worten geschickt. Habe zwar den Brief zwar schon zu Hause gelesen, trotzdem habe ich ihn zur Prüfung mit genommen. 5 Minuten vor den Eintritt beim Prüfer, habe ich ihn nochmal genau gelesen. Sozusagen als Doping. Es hat geholfen. Bestätigung meiner kreisenden Gedanken: Brauche nicht viel, um wieder auf meine wackeligen Beine zu kommen. Winzig kleine positive Feelings, und schon kann ich wieder kleine Sandhügel versetzen. Abgesehen davon, dass mich H. in diesen Brief, als stark bezeichnet, hatte ich das Gefühl, dass es auch ihn gut geht. Auch das baut mich auf. Ich kann es nicht leicht verkraften, wenn es jemand schlecht geht, den ich kenne. Somit war das Ganze ein absolutes Erlebnis. Am Abend habe ich mit R. ziemlich lange telefoniert. Seine Odyssee zum Führerschein ist leider noch nicht zu Ende. Wenn man über diese Geschichte einen Film drehen würde ich glaube, das würde niemand glauben. Werde ganz fest an ihn denken, damit er es dann auch bald schafft. Für ihn ist es besonders wichtig zu bestehen, weil er es für seine Arbeit braucht. Noch ein großes Plus, er hat eine Stichsäge. Jetzt kann ich endlich meine Bretter für die Regale zuschneiden. Super. M. verkauft ihr Auto. Wahrscheinlich werde ich mir das nehmen. O.k., jetzt am Teppich bleiben. Nur nicht wieder zu viel vornehmen. Sonst, so schnell kann ich gar nicht schauen, überrollt mich wieder die Minusphase. Schön langsam, einen Fuß vor den anderen. Für Wechselschritte bin ich eh zu bodschad. Zumindest ist jetzt einmal ein Brocken von meinem Pinkerl weggefallen, und der Karren ist leichter.
Die.17.02.1998
Ich weiß nicht, was los ist mit mir. Gestern war ich so halbwegs positiv eingestellt. Und heute fühle ich mich schon wieder so…weiß nicht wie…orientierungslos, mutlos, ohne Power. Warum? Ist es das Wetter? Weil heute nur Luft im Postkastl war? Weil das Motorradfahren heute so heavy wegen des Sturms war? Keine Ahnung. Mir ist kalt. Das einzige was mir positive Gefühle vermittelt, ist die Musik. Leere. Im Kopf, in meinem Körper. Der heutige Termin beim AMS wurde auf Mai verschoben. Hoffe, aber bis dahin schon zu jobben. Auch wenn mir das Aufstehen in der Früh, nach wie vor, Mühe bereitet. Brauche ewig lange zum frühstücken und überhaupt, ich bewege mich irgendwie in Zeitlupe. Obwohl ich das Gefühl habe, alles renn an mir vorbei. Wohin ist mein Bewusstsein verschwunden? Das vorausdenkende überlegte Handeln? Ich weiß doch ganz genau, wenn ich nichts mache, kommt und passiert nichts von selbst. Kann doch nicht ewig darauf warten, ob was und mit mir was passiert. Obwohl ich das weiß, tue ich nichts. Oder gehört das Nachdenken darüber auch dazu? Um Alles zu kapieren. Manche Leute wünschen sich Zeit für sich selbst. Ich habe davon viel zu viel. Bin auch überzeugt, dass das so nicht ewig weiger gehen kann. Was ist dann mit mir, wenn wirklich was Schreckliches passiert? Oder reicht das schon, was bisher geschehen ist? Ich habe doch eigentlich immer meine ganze Kraft und Energie in die Dinge gesteckt, die ich erreichen wollte. Es scheint so, als gibt es momentan nicht wirklich das, was ich will. Oder sehe ich es nicht? Weiß ich eigentlich gar nicht, was es überhaupt ist?
So.22.02.1998
Gestern war ich wieder mal in der City. Verkleidet als Steinzeitfrau. G. u. A. haben mich mit dem Auto reingebracht. Vorher waren wir mit M. und ihren A. beim Pfarrfasching. War ziemlich fad. Darum der Aufbruch. Wie der Zufall so will, habe ich M. den Wissenschaftler getroffen. Gestresst und von Liebeskummer geplagt war er diesmal. Die Unterhaltung war wie auch bei die letzten beiden Mal sehr interessant und witzig. Habe diesen Abend eigentlich geplant gehabt, um ganz einfach wieder was zu erleben. Mit diesen fixen Hintergedanken habe ich anscheinend M. um den Finger gewickelt. Ich hoffe, der macht draus jetzt nicht ein riesen Problem. Glaube so stark kann gar kein Mann sein, ihn nicht zu ein paar zärtlichen Stunden zu verführen. Für mich war es aber irgendwie nur ein Mittel zum Zweck. Was solls. Ich muss mir hin und wieder was Gutes tun. Am Freitag, ist wieder ein ganz lieber Brief von H. gekommen. Na, ich hoffe doch bald meinen fahrbaren Untersatz steuern zu dürfen, um dann noch ein bisschen mobiler zu sein. T.T. habe ich natürlich eine Geburtskarte geschickt. Reaktion – 0. Sellerie. Bei Oma war ich auch diese Woche. Eine Stichsäge für meine Regale ausborgen. An einem Abend, war ich bei M. tapezieren. Ging ganz gut. Heute habe ich mir um 13 Uhr wieder mal den Willy gegeben. Super. Wann gibt es wieder ein Event? Wird sicher wieder ganz toll.
Sa. 28.02.1998
22 Uhr. Sitze herum. Ziehe mir eine CD nach der anderen rein und habe absolut zu nichts Lust. Zu tun gibt es auch nichts. Die Wohnung habe ich schon Nachmittag geputzt. Ich denke noch immer viel zu oft an R. Täglich. Mehrmals. Es ist auf der einen Seite angenehm an die schönen Stunden, die wir gemeinsam verbracht haben, zu denken. Doch auch auf der anderen Seite, habe ich das Gefühl, den Verlust noch immer nicht ganz verkraftet zu haben. Irgendwie kann ich das Ganze noch immer nicht akzeptieren. Warum? Keine logische Erklärung vorhanden. Diese Woche war ich bei 2 Beratungsstellen. So wie es momentan ausschaut, hilft das auch nicht viel. Mir fehlt ganz einfach die Power. Versuche zwar immer irgendwas zu tun. Aber so richtig ausfüllend und befriedigend ist es nicht für mich. Es ist für mich nach wie vor absolut unverständlich, warum überhaupt niemand mehr anruft. M. hat momentan auch wieder maskulinen Anhang. Sie kommen jetzt manchmal auf einen Kaffee. Aber so richtig reden geht da irgendwie auch nicht. Irgendwie habe ich immer das Gefühl, es interessiert sie eh nicht so recht. Dieses habe ich überhaupt bei den Meisten. Es ist eigenartig. Bilde ich mir das nur ein? Wenn ich von meinen Sorgen, manchmal auch Positiven, Alltagsgeschichten erzähle, ist es als ob ich es nur mehr tue, um das Sprechen nicht ganz zu verlernen. Es ist nicht einmal so wie früher, manchmal die Erleichterung da, alles los geworden zu sein. Es ist wuarscht. Ich will überhaupt nichts mehr erzählen. Sogar der Mann bei dem Institut für Erziehungshilfe, hat mir irgendwie das eigenartige Gefühl vermittelt, dass ich nicht ganz dicht bin. Oder bilde ich mir das auch wieder nur ein? Egal. Muss wahrscheinlich ganz alleine aus dem Schlamassel rauskommen. Mir kommt es manchmal vor, als würde ich immer knapp an der Grenze zum Absturz oder Ertrinken sein. Mit einem Fuß schon im Abgrund. Oder ein Tropfen Wasser und aus is.

Teil 20

Erste Erkenntnisse?

Fr.23.01.1998
1 Monat, nachdem ich aus Innsbruck abgereist bin. Seitdem spielt die Pauli-CD zum x-ten Mal im Player. Einfach gute Musik. Musik ist momentan eigentlich das Einzige woraus ich mir gute Feelings holen kann. Erschreckend ist auch die Tatsache, dass absolut niemand anruft. Bin gespannt, ob morgen Vormittag S. (Bewerbungsbüro) sich meldet. Sie war am Montag, nach dem Seminar bis 23 Uhr bei mir. Hatten eine recht lustige Unterhaltung. Vergangene Woche kam wieder mal Post vom F. Es hat sich herausgestellt, dass ein von ihm geschicktes Packerl vom 15.12.1997, wieder ohne mein Wissen, an ihn retourniert wurde. Habe mich natürlich bei der Post beschwert. Zwei Vorstellungsgespräche hatte ich auch diese Woche. Führerscheinprüfung am Montag wieder (3.Mal) nicht. S. hatte diese Woche auch noch einige Nachprüfungen. Ging ganz gut. Manchmal frage ich schon, was die Zukunft so bringt? Habe zwar keine Angst, aber würde mir doch manchmal positivere Dinge erfüllen. Diese Woche, an einem Abend, hatte ich wieder dieses Heiße Gefühl an R. Nicht sexuell. Nein, wollte und wünschte mir nur innigst seine Nähe. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass, das keine Liebe ist. Obwohl ich bei H., glaube ich sowas Ähnliches verspürt habe. Bei R. sitzt es ganz tief und fest in mir drin.
Do.29.01.1998
Heute ist das neue Jahr bald ein Monat alt, und es hat sich irgendwie überhaupt nichts geändert. Anrufe gibt es eigentlich nur für S. Für mich ruft eigentlich nur der F. an, und das auch nur seitdem ich wieder Post abgeschickt habe. Was ist nur los mit den paar Leuten, die ich kenne? Liegt es an mir? Ich glaube eigentlich nicht. Meistens melde ich mich bei den Leuten. Oder kommt mir das alles nur so lange vor, weil ich zu viel zu Hause bin, und zu viel darüber nachdenke? Mir macht fast nichts mehr so richtig Spaß. Alles läuft an mir vorüber. Manchmal versuche ich mich durch irgendwelche Beschäftigungen da rauszureißen. Vergangenes Wochenende habe ich z.B. vier A3 Bilder mit Feder gemalt. Diese Zeichnungen bestehen nur aus Kreisen. Stundenlang habe ich daran gewerkt. Heute habe ich mir dafür Bilderrahmen besorgt. Jetzt hängen die vier Meisterwerke im Vorzimmer. Montag, war ich am Finanzamt wegen der Zinsbeihilfe. Dienstag habe ich das Seminar geschwänzt. Hatte absolut keine Power. Am Wochenende war ich mit S. in der Alcazar-Bar, im Big Apple und nachher in der Agentur. War recht lustig. Aber so richtig Spaß hat es nicht gemacht. Beim Institut für Erziehungshilfe war ich auch diese Woche. Irgendwie habe wieder festgestellt, dass alles, dass Meiste, in meinem Leben nicht ganz so läuft, wie ich mir das wünsche. Weiß ich eigentlich so genau was ich will? Außer good feelings, was immer das auch sein mag. Auf alle Fälle werde ich dort noch öfters hingehen. Fürs Erste, konnte ich nur einen Bruchteil von dem erzählen, was mich so beschäftigt. Manchmal kommt es mir vor, umso öfter ich über das Selbe rede, desto weniger ergibt alles einen Sinn. Alles wie die tausenden (?) Kreise auf meinen Bildern. Oder wie der Kurti singt, A Schritt vire, zwa Schritt zruck. Wo ich auch immer lande, bei meiner gedanklichen Reise, ist R. Ich krieg ihn nicht raus aus meinem Schädel, vor allem nicht aus meinem Herz. Frage mich gar nicht mehr, wann das vorbei ist, sondern eher, gibt es wieder einen Anfang? Das ist mein allergrößter Wunsch. Obwohl wir eigentlich immer Alles fast zerredet und besprochen haben, sind da noch immer gewisse Dinge, die unbeantwortet sind. Warum wir eigentlich nicht mehr zusammen sind, dafür gibt es eigentlich keinen konkreten Grund. Für mich ist zumindest nicht wirklich was da. Seine einzige Begründung, lautet immer nur, dass er mich nicht liebt. Und das glaube ich bis dato nicht. Ändert zwar daran absolut nichts, aber vielleicht den einzigen Funken der mir Hoffnung gibt. Ist vielleicht auch der wenigen Gründe, warum ich nicht längst den Hut auf alles geschmießen habe. Eine Art Überlebenshilfe. Wenn ich meine Überlegung bedenke, die ich vor ca. zwei Monaten festgestellt habe, ist das wahrscheinlich ganz verständlich. Damals habe ich festgestellt, dass mich in meinem ganzen Leben nie ein Mensch, so richtig geliebt hat. Das ist erschreckend. Wenn das wirklich wahr ist, fragt man sich natürlich – warum? Was läuft falsch? Bei allem Verständnis für gewisse Situationen und Lebenslagen diverser Menschen in meiner Umgebung, welche Bedeutung haben diese für mich? Umgekehrt, was und wer bin ich für sie? Ich weiß, man muss für sich selbst eine Bedeutung haben, aber das reicht doch nicht. Wenn ich da z.B. an meine Familie denke. Verstehe ich das ganz einfach nicht. Habe z.B. meinem Vater eine Geburtstagskarte geschickt – Reaktion 0! Ich glaube, werde mir darüber bald keine Gedanken mehr machen, es ist irgendwie sinnlos. Die Adresse vom O., dürfte auch nicht ganz o.k. sein, weil heute ist der Brief zum zweiten Mal mit dem Vermerk „Unbekannt“ zurückgekommen. Heute habe ich die Fotos von Innsbruck bekommen. H. hat auch schon seit Silvester nichts von sich hören lasse. Beim Anschauen der Bilder, denke ich gerne an die paar schönen Tage, aber sonst ist es nicht so schlimm, wie ich dachte. In diesen Fall, frage ich mich auch wieder, wie sieht oder wie hat er mich damals betrachtet? Außer als recht angenehmen Besuch.
Mi.11.02.1998
Geht es mir heute besser, als vor einem Jahr? Ich weiß es nicht. R. war zwar noch da, aber bei meinen jetzigen Problemen könnte er mir auch nicht helfen. Der einzige Unterschied wäre der, dass dann wenigstens ein einziger Mensch da wäre, der mich wirklich versteht. Zumindest das Gefühl einer Schulter (im Herz) zum Anlehnen wäre da. Es gibt derzeit niemand, der das vermittelt. M. versteht es nur von der zukünftigen verantwortungsvollen Mutterseite. Der Mann vom Erziehungsinstitut vermittelt auch nicht gerade das, was ich mir erwarte. Und sonst rede ich mit niemand darüber. Zum ersten gibt es niemand mehr, und zum zweiten, habe ich es satt, andauernd den Anderen etwas vor zu jammern. Kann es nicht beeinflussen. Ich fühle mich so. Ich will weg. Irgendwohin. Ich will nicht davon laufen. Ich weiß nur, dass es mir hilft. Etwas Anderes zu tun, hat mir immer geholfen. S. gehört zu mir. Ich weiß nicht, ob ich es ihn so schwer mache, oder ob es umgekehrt ist. Rücksicht nehmen, auf was? Ich soll an mich denken. Wie soll ich das machen, wenn ich vor meinen eigenen Gedanken Angst habe. Angst habe sie überhaupt zu Ende zu denken. Hat man solche Gedanken immer, wenn man Angst hat? Etwas irgendwie machtlos gegenüber zu stehen? Ich mag keine Macht. Ich mag nur Klarheit. Offenheit. Ehrlichkeit. Ich gebe H. z.B. per Briefen immer die tollsten Ratschläge zur Bewältigung seiner Probleme. Auch sonst bekommen alle immer Trost & Rat. Nur ich finde für mich keine zufriedenstellende Antwort. Was ich will, weiß ich. Ich weiß auch, dass ich nicht alles, und nicht gleich haben kann. Und trotzdem komme ich nicht weiter. Es dreht sich alles irgendwie im Kreis. So wie auf den Bildern. Warum fühle ich mich so kraftlos? Weil ich alleine bin? Weil ich zu viel überlege? Wahrscheinlich, weil ich keine Tankstelle habe. Hole mir immer nur winzige Mengen an Treibstoff, an irgendwelchen selbsttherapierenden Tätigkeiten. Fühle mich dauernd müde. Irgendwie drifte ich so dahin. Kann ich nicht einmal wirklich so halbwegs zufrieden sein? Es ist eigentlich immer nur eine Kleinigkeit, die mich stark macht, um andere Dinge besser und leichter zu bewältigen. Doch diese minimalen Dinge sind nicht da. Muss sie immer selbst schaffen. Einen guten Kaffee trinken, Musik genießen, ruhig schlafen, ….lächeln.

Freitag, 6. November 2009

Teil 19

(W)Irrwege des Herzens

02.01.1998 (01:30Uhr)
Das Heurige Jahr hat bereits mehr als 24 Stunden am Buckel. Der Jahreswechsel ging völlig anders vonstatten als ich eigentlich dachte. H. hat sich nicht gemeldet und ich habe auch des Öfteren versuch ihn zu erreichen. S. ist schon am 30.12. Nachmittag zu Oma gefahren und hat bis 01.01.1998 um 16 Uhr auch die Zeit dort verbracht. Am 30.12. habe ich eigentlich nur Wäsche gewaschen und Wohnung geputzt. Irgendwie habe ich gehofft, dass H. anruft. Blödsinn. Fängt das ganz Herz & Schmerz Dilemma wieder von vorne an? Nein, das brauche ich wirklich nicht. Außerdem, glaube ich tief im Innersten ist sowieso nur ein Platz für Einen – R. Vielleicht kommen wir in einem anderen Leben irgendwie zusammen. Doch für momentan habe ich das mal innerlich mit mir so gedealt, dass eben zwei zum gemeinsam gehen gehören. Darum werde ich sicherlich in Zukunft in diese Richtung nicht bewusst arbeiten um das Ganze noch zu ändern. Der Silvester hat mir wieder mal gezeigt, dass es viel einfacher funktioniert planlos und ohne große Erwartungen etwas zu tun. Um 20:30 Uhr bin ich ins Krah gegangen. Habe mir Eiernockerl und ein Budweiser einverleibt. Am Tisch schräg gegenüber saßen vier Jungs. Wobei der eine davon mit mir Kontakt aufgenommen hat. O., 26 Jahre aus München. Jahreswechsel in Wien. Auf der Suche nach dem Wiener Schmäh. Er ist ganz einfach hingerissen vom Dialekt und den Leuten. Dürfte aber durch den hohen Alkoholgenuss den er schon intus hat, etwas verstärkt worden sein. Erinnert mich irgendwie an meinen Aufenthalt in Innsbruck. Auf alle Fälle, verbringe ich den Jahreswechsel dann mit O., B. und T. in der First Floor Bar. Versnobt, Publikum zum Einschlafen. Versuche etwas Stimmung zu machen. Bestelle mir einen Tequila Sunrise. Das war dann auch schon das letzte alkoholische Getränk für diese Nacht. Wollte die Jungs zu einer Privatparty zu mir einladen. Es wird jedoch dann eine ziemlich zärtliche Zweipersonengesellschaft mit O. Hatte ihn einmal kurz gefragt, ob er gerne Briefe schreibt. Dachte mir eigentlich, dass ich von ihm eine Adresse bekomme. So um 5 Uhr bin ich in den absoluten Tiefschlaf verfallen, weil, warum? Merkte absolut nicht, dass er weg gegangen ist und hat mir seine Anschrift hinterlassen. Habe schon einen Brief verfasst. H. hat eine Nachricht mit Neujahrswünschen auf dem AB hinterlassen. Klingt ziemlich freundschaftlich und neutral. Mit der Ankündigung von postalischen und Dank für meinen netten Brief, schaut es so aus, als dürfte der Aufenthalt meiner Person in Innsbruck bei ihm nicht so einen Herz-Abdruck hinterlasse haben. Man (Frau) warte mal zukünftige Kontakte ab. Aber eine Antwort möchte ich schon. Und wenn es nur mit meiner Nikotinsucht zu tun hat, ist es schon o.k. Heute (1.1.1997) war M. + Kids bei mir. Fabrizierten in der Küchen einen Thunfischauflauf. Konnte aber bei den Kindern keine Begeisterung hervorrufen. Wir haben dann bei einem Cappuccino beschlossen, am Samstag meine Küche zu renovieren. Hat sie dringend nötig. Gründlichst putzen und ausmisten. Bisschen ausmalen und so. Therapie für uns und die Wohnung. Eine gewisse Revitalisierung intern und extern. Zur Vorwarnung zukünftiger Herzensangelegenheiten – mach was Neues, Anderes, Konträres. Sogenannte Beschäftigungstherapie. Gibt ja noch einen ganzen Haufen zu erledigen. Führerschein, Job, moneymäßig usw. Step by step. Und natürlich S. schulische und diverse Probleme zu verbessern. Etwas besser in den Griff kriegen, das Ganze. Auch wenn meine Seele mehr zu sagen hat, muss ich bisserl mehr auf dem Teppich bleiben.
Sa.17.01.1998
Fast 17 Uhr. Draußen ist es natürlich schon wieder dunkel. Eigentlich ist es in den letzten Wochen eigentlich egal, welche Tageszeit gerade ist, keine Spur von Sonne. Wie schaut´s bei mir aus? Nicht ganz so düster. Aber irgendwie geht nicht viel weiter. Gestern hatte ich nach langen wieder eine Motorradfahrstunde. War ziemlich nervös. Im Gegensatz zur PKW-Fahrstunde. Ging besser. Donnerstag habe ich my big Love in der Firma angerufen. Nettes Gespräch . Natürlich noch immer mit dem Herzklopfen und Kribbeln im Bauch; wird das einmal vorbei sein? Wünsche es mir eigentlich nicht. Es ist ein total gutes Gefühl, für einen anderen Menschen so zu empfinden. Habe in letzter Zeit relativ viele Bewerbungsschreiben abgeschickt. Die Resonanz ist ganz gut. Was mich in letzter Zeit, wieder einmal beschäftigt, ist eigentlich das Übliche. Kommunikation. Anrufe und Briefe, sehr spärlich. Sogar F., der mich im letzten vergangenen halben Jahr, regelrecht bombardiert hat, lässt von sich nichts hören. Der deutsche Boy dürfte mir eine falsche Adresse untergejubelt haben, weil mein abgeschickter Brief, kam wieder retour. H. wird von meinen beiden letzten Briefen leicht flach liegen-vor lauter shocking. Vergangenes Wochenende traf ich nach langen, wieder mal H. Freitag, plaudern und auf ein paar Getränke im Trendhotel beim DZ. War eigentlich recht unterhaltsam, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich merkte, dass er mehr will. Das wäre ja im Grunde genommen für mich nicht das größte Problem gewesen. Es ist mehr, wie er mit meiner offenen, ehrlichen Art umgeht. Das mit M. war angeblich ein Vorwand, an mich ran zukommen. So oder so, eine miese Art. Samstag, waren wir dann mit einigen Leuten aus dem Bier+Bier Billard spielen. Kam mir aber nach kürzester Zeit recht deplatziert vor. Woran es ganz genau gelegen hat, weiß ich nicht genau. Die eingeschworene Clique, ich neu? Egal, keine guten Feelings. H. ist außerdem immer fordernder geworden. Soll mehr lachen usw.…Als ich dann gehen wollte, war er sauer. Ungut. Ich lasse mich nicht lenken. Auch wenn mich das wieder einen Bekannten gekostet hat, das ist es mir, besser gesagt, das bin ich mir schuldig und oder Wert. Werde sicher bei gewissen Dingen, die für mich gute Freunde ausmachen, keine großen Abstriche machen. Erwarte mir, das Wichtigste, Ehrlichkeit. Das wurde in diesem Fall, ziemlich missbraucht. Von Lügen habe ich genug. Und ich lebe ein ziemlich – nein ich denke – ein sehr ehrliches Leben. Und das möchte ich auch nicht ändern. Der gerade Weg ist für mich am Wichtigsten. Es wird einem nicht leicht gemacht, aber gekämpft, habe ich ja bisher schon immer. Herausforderung macht stark und animiert zum weiterleben. Bin auch gespannt, ob eine Reaktion von meinem Vater kommt. Glaube, schon mindestens 2 Jahre nicht direkt Kontakt gehabt zu haben Warum? I don´t know. Auch der kärgliche Rest der Familie hält nicht sehr viel von Kommunikation. Eigentlich bin immer ich diejenige, die den ersten Schritt macht. Es ist immer wieder erstaunlich wie fremd einem langjährig bekannte Leute eigentlich sind (oder werden?) Auf der anderen Seite ein Mensch, mit dem man nur ein kurzes Stück im Leben gemeinsam gegangen ist. Und dieser ist jener, wo ich ganz genau weiß und vor allem fühle, der Mittelpunkt in meinem Dasein zu sein. Es ist kein unerfüllter Traum. Es ist die Gewissheit, einen Menschen zu kennen, der absolut, für mich da ist. Auch wenn er physisch nicht da ist. Vielleicht gibt es mal ein kitschiges Happy End. I wüs garned wissen! Ich weiß, dass es R. gibt. Er für sich. Er für mich. Ich für ihn. Ich für mich.

Mittwoch, 4. November 2009

Teil 18

Eine (weitere) glühende Romanze!?

Di. 09.12.1997, 02:30 Uhr
Bin soeben von einem Besuch von H. nach Hause gekommen. Das Taxi hat genau soviel gekostet, wie von R. in Stadlau. Wundere mich immer wieder über die Tarife. Wuarscht. Wichtig war die Plauderei mit meiner ältesten Freundin. Ergebnis – im Grunde genommen keines. Weil, warum? Meine Gefühle kann mir sowieso niemand nehmen. Es tut einfach nur gut mit verschieden Leuten über ein Thema zu reden Gedankenaustausch. Das ist was ich ganz einfach immer wieder brauche. Abwechslung. Anderes Umfeld. Andere Leute. Gespräche. Obwohl, ein Gespräch mit R. kann mit hunderten anderen nicht aufgewogen werden. Dieses, ein solches Kleinod in meinem bescheidenen Dasein, hat vor ca. 24 Stunden geendet. Bin Mo. 08.12.1997 um 20 Uhr zu ihm gefahren. Wollte wissen, ob es möglich ist, dass er sich in die H. verliebt hat. Und auch, ob es richtig ist, dass er mich nicht liebt und auch nie geliebt und auch nie geliebt hat. Beides hat er verneint. Wollte es deswegen wissen, weil er sehr oft in meiner Gegenwart sehr abwesend und in Gedanken versunken da sitzt. Und weil er mich schon öfters noch ihr gefragt hatte. Er hat etwas, dass ihn beschäftigt, etwas was er selbst erst verarbeiten möchte, und ich bei Zeiten (Wann? - überhaupt jemals) erfahren werde. Konnte genauso wenig für mich eine befriedigende Antwort auf andere Fragen bekommen. Wie z.B., was ich eigentlich für eine Rolle in seinem Leben spiele. Wie wichtig das eigentlich ist, ist die Frage. Sollte mich mit der Tatsache zufrieden geben, dass er mehr oder weniger immer für mich da ist. In jeder Hinsicht. Er weiß auch nicht, Zitat R.:“ Wann er sein unbewusst – bewusst absichtlich Verhalten (Schutzschild) mir gegenüber ablegen wird.“ Ich glaube, dass er ganz einfach das absolute Vertrauen zu einem Menschen verloren hat. Das er an das nicht mehr glaubt. Enttäuscht. Verletzt. Nicht aufgearbeitete Wunden in seinem Herzen. Die Tipps für mich, zur Bewältigung meiner derzeitigen Troubles von ihm sind auf jeden Fall ein großer Antrieb. Beruflich, Ärger mit S. und der Situation als Alleinerzieherin. Möchte eigentlich von der leidvollen Herzens- und Liebesangelegenheit von meiner Seite absolut nichts mehr reden. Mit niemand und schon gar nicht mit ihm. Es ist momentan sowieso so, wie es ist, o.k. Kann mich nicht andauernd in was verrennen, was wie ein riesiges Labyrinth, tausend Wege hat, und dauernd gegen eine Mauer rennen. Habe sowieso schon eine angeknackste Seele. Gewisse Dinge brauchen eben einige Zeit, um zu verheilen. Auch wenn dann hin und wieder Wundschmerzen auftreten. Es gibt noch andere Prioritäten, die für ein glückliches Leben wichtig sind. Auch wenn Gefühle für mich das allerwichtigste überhaupt sind. Negative und Positive. Wobei man eigentlich aus den negativen immer mehr lernt oder herausholt. Weil sie ganz einfach einschneidender das Fortbewegen auf dieser Welt bestimmen. Sie zeigen einem in gewissen Situationen wo es lang geht. Momentan fällt mir wieder ein Satz von R. ein. Einer der mühsamen Erklärungen warum wir nicht zusammenbleiben. Habe ihn nicht mit meiner Liebe angesteckt? Was hat das zu bedeuten? Gestern hat er wieder gesagt, dass er sich, wenn er sich verliebt ist anders verhält. Was kann ein Mensch noch mehr geben, wie er, als das was ich von ihm erhalte (blödes Wort!). Vielleicht ist es irgendwie umgekehrt, er kann soviel Liebe wie ich ihm schenke und geben will, nicht aufnehmen. Aus welchen Grund auch immer. Zitat R: „Zuviel Vanilleeis“! Irgendwie nicht mehr fähig, das ganze zu erwidern. Egal. Wie gesagt, ich habe nicht mehr vor, über das alles noch irgendein Gespräch zu führen. Derzeit sinnlos und relativ unwesentlich für meine intensive und absolute Freundschaft zu ihm. Und das ist mir eigentlich wahnsinnig wichtig. Habe bis jetzt auch immer das geschafft und erreicht, was ich mir gewünscht habe. Wird auch jetzt so sein. Auf der einen Seite, weiß ich wie ehrlich und aufrichtig R. mir gegenüber ist, doch im Gegensatz dazu sind meine tiefsten innersten Gefühle, die mir ganz einfach sagen, dass es viel mehr als nur Freundschaft ist. Seiner Meinung nach habe ich mich halt getäuscht. Schwachsinn. Er kann sich ja genauso getäuscht haben. Wuarscht. Der Kurti beendet soeben seinen Besuch im Espresso Rosi, und ich beende meine Lebensweisheiten und versuche ein paar Stunden zu schlafen. Eines Tages geht der berühmte Knopf auf oder das Licht geht an oder der große Aha-Effekt tritt ein, und jede gestellte Frage, hat und bekommt die passende Antwort.
18.12.1997
Innsbruck. Konditorei Katzung. Warte auf H. Hat einige Dinge zu erledigen. Bisschen gestresst der Junge momentan. Umzug. Besuch. Noch dazu ein Mädel. Gestern um 18:45 Uhr in Innsbruck gelandet. H. holt mich mit dem Lastler ab. Fahren in die alte Wohnung. Heute werden wir die Kisten mit seinem Krimskrams vollstopfen. Gestern Abend waren wir bei Papa Joe Essen. Lustiges, ausgefallenes Lokal. Riesenkartoffel gegessen. Besser gesagt, gelutscht. Heute noch ein wenig Probleme mit meinen neuen Zähnen. Etwas gewöhnungsbedürftig die edlen und teuren Stücke. Jetzt workt der Junge wild in seinen Reich herum und räumt alles schön in die Kartons. Heute hat er italienisch gekocht. Gut, gut. Habe jetzt ein paar Gläschen Rotwein intus inklusive zwei Metaxa bei G. der Fotografin. Von da, sind wir vor kurzen gekommen. Eine ehemalige Arbeitsstätte von H. Haben dort Defuserfolie geholt. Die verwendet er für seine Fenster als Vorhänge. Ich glaube ein kleines Schwippserl habe ich jetzt schon. Schlimm. Was geht mir durch den Kopf? Außer der Kurti, der im Hintergrund jodelt. Warum sind gewisse maskuline Körper so verführerisch? Einfach zum Vernaschen. Sofort, gleich, jetzt. Forget it. Reis di zsam. Wia da Willy so schön sagt. Aus es reicht. In der Konditorei habe ich unzählige Ansichtskarten mit Glückwünschen versehen, geschrieben. Eine natürlich an meinen Herzschmerz. Eine ganz ausgefallene Karte in Form einer femininen Hin..- Heck – Ansicht mit Klettermontur ohne Kleidung und mit Tiroler Filzhut. Übrigends H. konnte es auch nicht lassen, beim Palmers die Poster zu erwerben. Vorne, Hintern. Nun ja, meiner chronischen Infektionskrankheit habe ich relativ neutrale Dinge gepatzt, weil, warum? Torte – bodschad – das ist meine persönliche Note.
Mo.22.12.1997
10:15 Uhr, H. ist in der Garsoniere sauber machen und ausmalen. So wie es aussieht fahre ich heute wieder ostwärts. Die knappe Woche hier in Innsbruck war auf einen Nenner gebracht glühend. Was die Altstadtbeleuchtung jetzt kurz vor Weihnachten betrifft. Die unzähligen Häferl an Glühwein. Und die heißen Aktionen was die Befriedigung anderer Sinne betrifft. Einmal Kino. Einmal ein Ausflug auf den Berg Isel zur Sprungschanze. Ein Ausflug nach Wattens in die Erlebniswelt von der Firma Swarovsky. War teilweise recht beeindruckend. Eine Jause in Hall bei einer Konditorei. Altstadt – Glühwein – Kiachl mit Sauerkraut oder Preiselbeeren. Witzige und rech anregende Gespräche mit einem wirklich reizenden Gastgeber. Dieser jener aber (leider) etwas schüchtern ist. Irgendwie süß in seinem Alter (31 Jahre). Gewisse Dinge machen ihn recht verlegen und unsicher. Aber mit einer gewissen Raffinesse und weiblichen Charme kann auch das überwunden werden. Ohne ihn überrumpeln zu wollen. Aber das zu bekommen, was ich so wahnsinnig gerne habe. Physische und psychische Vereinigung. Eine Koalition von Zärtlichkeit, Wohlbehagen, Vertrautheit, ganz einfach positive Gefühle erlangen. Das neue Heim von H. ist beeindruckend. Eine Wohnung mit 4 Zimmern, ein riesen Bad mit einer Zweipersonenbadewanne, Duschkabine, Doppelwaschbecken. Balkon. Große Küche. Diese Räumlichkeiten wird H. vermieten. Sein Wohnbereich ist derzeit noch eine Baustelle. Aber einiges ist schon ab zusehen. Z.b. das Wohnzimmer mit einem Kachelofen. Ich denke, dass die Gesamtfläche der Wohnräume ca. 200 m² beträgt. Toll. O.k. Der Umzug war am Samstag. Ungefähr vier LKW-Ladungen voll. Mit einigen Kollegen von H. ganz gut gelaufen. Nachmittag gab es Lasagne die A., eine Freundin von H. gekocht hat. Als alle gegangen sind, waren wir beide ziemlich geschlaucht. Ein wirklich entspannendes Vollbad in der Eckbadewanne war genau das Richtige. Waren dann im Kino. James Bond Film angesehen. Typischer 007 Ablauf. Zeitweise fast eingeschlafen. Gleich nach dem Kino ins Bett gefallen. Sonntag, ausgiebigst gefrühstückt. Nachher in Wattens und Hall. Wiegesagt wieder glühen in der Altstadt. Dieses heiße Wintergetränk regt einige Sinne besonders an. Ich denke, dass es nicht nur mir so gegangen ist. Weil H. hat einige Hemmungen etwas abgelegt. Auf alle Fälle kann ich mich, was die Potenz betrifft nicht beklagen. Es geht eigentlich weniger um Sex, als um gewisse Streicheleinheiten und eine Spannung und Anspannung. Eine Art Spielchen das erst den gewissen Reiz an der Sache ausmacht. Der Touch des Glühens und Anheizens von Sinnen und das wecken von Reizen und Gefühlen. Jede Phase der Situation genießen und auskosten. Naschen und vernaschen. Sich fallen lassen und das Gehirn ausschalten. Den Körper intensivst zu spüren. Neues entdecken. Spannung und Entspannung. Jetzt wo ich das alles so detailliert aufschreibe, denke ich mir, was ist das eigentlich? Leidenschaft, Egoismus, Geilheit, Liebe, Verliebtheit?? … ausgehungert. Es ist soweit. Sitze im Zug Josef Mohr nach Wien. Der Abschied war nicht leicht. Ich weiß nicht, wie es H. geht. Wenn ich mich wo und bei wem wohl fühle, klammere ich sofort und das Loslassen fällt sehr schwer. Kann halt nicht aus meiner Haut raus. Brauche gute Feelings und Vibrations. Das habe ich in den letzen 5 Tagen gespürt. Der heutige Nachmittag war ganz nach meinem Geschmack. Rasante aber souveräne Autofahrt nach Schwaz. Aurachersee tief im Nebel verborgen. Ein paar Patzer Schnee hie und da. Die Strecke kurvenreich und bergig. Und wildromantisch düster. Absolut gute Musik aus der Pioneer-Anlage des roten Nissan Cherry. Sonst stille zärtliche Ruhe. Unsere Hände berühren und streicheln einander sanft. Irgendwie schüchtern und zurückhaltend wie bei jungverliebten Teenagern. Seltsam. Aber total romantisch bis kitschig. Mich würde schon glühend interessieren, was in ihm vorgeht. In einem gemütlichen Stüberl kaufen wir 2 gleiche Ansichtskarten. Er schreibt mir eine. Geheim. Wirft sie unterwegs in ein Postkastl, das gleich ausgeleert wird. Meine habe ich vorhin hier im Zug geschrieben. Bin schon neugierig was er so geschrieben hat. Der für sein Alter relativ schüchterne und gehemmte Tiroler. Irgendwie reizvoll. Auf der anderen Seite kann er einem (in dem Fall mich) ganz schön lenken und in den Griff kriegen. Z.b. das Rauchen wurde Zeitweise sehr dezimiert. Bewusst, unbewusst? I don´t know. Is wuascht. War manchmal einfacher, als ich dachte. Habe 2 CDs geschenkt bekommen. Ganz tolle Gitarrenmusik Paul F. Cowlan. Werde in Wien etwas Nettes und das vom Herzen kommt überlegen, bezüglich Weihnachtsgeschenk. Obwohl ich eigentlich weiß, dass mich meine Gefühle nicht täuschen, sollte ich das Ganze wieder etwas rationaler betrachten. Aber dort wo die Liebe?! Hinfällt gibt es keinen Platz für solche Überlegungen. Doch etwas lockerer sollte ich das Ganze schon sehen, sonst schlittere ich wieder in die Tiefen des Liebeskummers. Das wäre nicht so gut. Muss schön langsam an meine finanzielle Lage denken. Hauptsächlich wegen S. Außerdem muss ich endlich mein rosa Papierl schaffen.
Do.25.12.1997
19:15 Uhr. S. ist bei Oma. Kurti groovt sich in der leicht desolaten Anlage weg. Gestern, am Heiligen Abend kleine Bescherung für S. gemacht. Ab 19:30 Uhr bei M. Haben beschlossen, los zu ziehen. Um 22 Uhr in die City abgerauscht. Station Nummer Eins, Krah. Treffe dort P. aus Kärnten, Zigarre, Zauberlehrling. Anschließend landen wir im Kaktus. Tolle Stimmung dort. Um 01:30 Uhr kann ich nicht mehr stehen, außerdem hat M. maskulinen Anhang gefunden. Fahre mit Nachtbus nach Hause. R. steht vor der Tür. Ignoriert. Auf meinem AB spricht R. zu mir:“Wünsche auch fröhliche Weihnachten und so!“ Weil mir halt gerade so ist, rufe ich ihn gleich an. War schon in der Heia. Reaktion dezimiert aber sehr freundlich. Am Dienstag, Mittwoch ca. 1 Uhr ruft H. an. Berichtet von seinen Aktionen und das er schon etwas Ordnung in sein Übersiedlungschaos gebracht hat. Die Karte ist auch schon eingelangt. Weiß nicht, ober auch ein gewisses Feeling bei mir fühlt? Bin gespannt, ob eine Reaktion auf meinen Geständnisbrief kommt. Muss das abchecken. Vorerst, will ich aber noch sehen, wie das ist, wenn ich wieder in R. Nähe bin. Glaube das wird Einiges in mir klären. Oder? I shall see!
So.28.12.1997
20 Uhr, Kerzen, gedämpftes Licht. Sanfte Musik vom Pauli. Memories from Innsbruck. Gestern war ich von 20:00 – 00:00 Uhr bei R. Er bekommt von mir den zweiten Vornamen „Gähn“. War wieder mal die letzten Tage unterwegs. Am 24.12. sogar nur ein paar Häuser weiter in der City. Wir haben uns über alles Mögliche unterhalten. Ihn beschäftigt momentan auch eine Herzensangelegenheit. Irgendwie klingt bei ihm durch, dass er irgendwie nicht mehr in der Lage ist, an sowas zu glauben. Die Kälte und Ungewissheit ihn bremsen, die volle Power, die man(Frau) meistens in so einer Situation eingesetzt wird. Kann es sein, dass es bei mir nicht anders war? Auf alle Fälle, hat er eine riesen Freude über die H.D.-CD. Fragt mehrmals, warum ich das tue. Meiner Meinung ist diese Frage überflüssig. Wie er so von seiner neuen Herzdame erzählt, meint er, ob ich eigentlich der richtige Ansprechpartner bin. Habe damit eigentlich kein Problem. Es ist so, wie es unter Freunden sein soll. Außerdem kann ich durch solche Dinge vielleicht immer mehr begreifen, was zwischen uns, einmal war, oder vielleicht noch ist. Ich glaube, ganz tief in uns drin ist was, was uns irrsinnig fest verbindet. Derzeit wäre es aber sicher sinnlos daran herum zuarbeiten oder das Ganze noch mehr zu zerreden. Drum gibt es an diesem Abend eigentlich über das, kein Gesprächsthema. Ich glaube, das hätte diesen Abend nicht so erleichtert und unbeschwert für mich und ich denke auch für ihn gemacht. Mitternacht. Rausschmieß – offiziell. Für mich mit ganz wenig Wehmut und Enttäuschung akzeptiert. Im Großen und Ganzen haben wir die paar Stunden gezeigt, dass es sicherlich noch einige Zeit dauern wird, bis sich alles irgendwie abklärt. Vielleicht geht es bei uns Zwei gar nicht anders, als so verworren und verschwommen. Natürlich hat es für meine neue Herzensangelegenheit nicht unbedingt was Neues gebracht. Weil, warum? Brauche ein Konter auf meine Briefe. Am 27.12., habe ich H. eine zweite Musikkassette produziert. 50 % Kurti 50 % Hardrock. Ein kleines Brieferl dazu und mit winzigen Herzerl in verbaler Form. Nur nicht zu viel. Ich glaube, das wollen die Männer nicht, wenn man sie überrollt. Denke, dass er Anfang nächster Woche alles erhält. Jetzt ist es kurz vor 21 Uhr, sanfte Strings von Ratzenbeck Peter umhüllen mein zerrissenes Herz. Doch irgendwie tut es gut so da zu sitzen alleine mit sich selbst auseinandersetzend. So wie der weise Spruch: „Jeder ist sich selbst der Nächste“. Eines wäre wunderschön, wenn H. zu Silvester kommen würde, und wir wieder ein paar sanfte Stunden miteinander verbringen könnten. R. muss über Jahreswechsel nach Annaberg hackeln. Außerdem glaube ich nicht, dass er mit mir diese Nacht verbracht hätte. Momentan habe ich konkret nichts geplant. H. hat vorgeschlagen, etwas gemeinsam zu unternehmen. Weiß nicht so recht. Ich denke, werde kann spontan, was unternehmen. S. ist voraussichtlich bei Oma knallen.

Dienstag, 3. November 2009

Teil 17

Mi.03.12.1997
Ca. 02:40 Uhr oder so. Liege schon wieder mal eine Stunde absolut wach im Bett. Radio läuft. Frage mich schön langsam, woher diese Schlafstörungen kommen. Ist es schon das Alter?; wo man angeblich weniger Schlaf braucht. Sind es die Dinge, die andauernd in meinem Kopf herumgeistern. Die kleinen und großen Sorgen und Problemgespenster, die in meinem Kopf für Verwirrung sorgen. Gestern hatte ich wieder einmal ein langes Telefongespräch mit meinem Allerliebsten. Es ist jedesmal das Selbe. Jammer und heule ihn von meinem Liebeskummer vor. Er hört sich das jedesmal an. Bewundernswert. Eigentlich sollte er den Trost & Rat Preis in Platin bekommen. Es ist irgendwie seltsam. Allen Leuten, die ich sonst kenne, erteile ich immer T&R-Spenden. Nur bei R. verfalle ich immer in eine hoffnungslose sentimentale und etwas extreme negative Phase. Warum? Diese Frage gilt es eigentlich gar nicht wirklich zu beantworten, sondern eigentlich das Ganze einfach zu ändern. Ihn ganz einfach und simpel etwas neutraler zu betrachten. Nicht als übermächtige unerreichte Liebe. Als non plus Ultra für mein Leben. Soll man so eine Person geistig und im Herzen degradieren? Ist das nicht unfair? Versuchen die negativen (Gitarren)Saiten in den Vordergrund zu stellen? Als Schutzschild sozusagen für meine intensiven unwiderruflichen Gefühle ihn gegenüber. Sozusagen eine kontrollierte Sucht schaffen. Wie er sagt, Gefühle unter Kontrolle zu haben. Einsperren und vielleicht wieder einmal für wen Anderen frei lassen. Gefühle unter Kontrolle. Klingt grausam. Positive Feelings hinter Gitter. Aber eigentlich übermittle ich immer Negative. Also ist es doch eine Möglichkeit. Das hat man davon, wenn man so viele Gehirnzellen in Betrieb setzt. Wird schon alles dazu gehören, um die ungelöste Frage nach dem Sinn zu ergründen. Das Telefonat hat aber im Nachhinein betrachtet, wahnsinnig gut getan. Bin gespannt, ob der vereinbarte Treff am Freitag klappt. Wollen uns Blutrausch – OBK – Krimi im Kino anschauen. Heute hat H. angerufen, und nach der Lage gefragt. Bezüglich Anreise nach Innsbruck. Er ist momentan voll im Umbruch und Übersiedeln. Der Generalumzug soll in der Zeit vollzogen werden, wenn ich komme. Nundenn. Pack mas H. F. ruft nach wie vor täglich an. Donnerstag wird er dann wird er dann bei mir eintrudeln. Zwecks gemeinsamen Besuch des Cocker Pepi in der Stadthalle. Heute, hoffe ich, dass endlich mein Zahnarzttermin klappt. Das heißt, in paar Stunden relativ munter zu sein, und nicht wieder zu verschlafen, wie vergangene Woche. Werde doch versuchen noch etwas meine Augen schließen und etwas zu schlafen. Gehirn aus. Wo ist der Schalter?
Sa. 06.12.1997
23 Uhr Habe heute was Seltsames erfahren. Kann es möglich sein, dass R. in eine Freundin von mir verliebt ist? Kann das einer der Gründe sein, dass wir uns getrennt haben? Glaube nicht, dass er mich belügt. Habe mich doch schon etwas gewundert, dass er mich schon paarmal nach H. gefragt hat. So wie heute. Kann es sein, dass meine maßlose Liebe blind gemacht hat? Oder sind das wieder nur böse Vermutungen. Wenn es so ist, dass er sich in H. verliebt hat, kann ich eigentlich nichts dagegen tun. Will es aber genau wissen. Ich glaube, dann kann ich meine freundschaftliche Basis zu R. endgültig erlangen. Ich weiß zwar nicht wie weh es tut, wenn ich die Wahrheit darüber erfahre, aber ich brauche Klarheit. Alles andere kommt für mich eigentlich nur sehr schwer in Frage. Wie schon so oft festgestellt, auf jede sinnlose Aktion gibt es irgendwann eine sinnvolle Erklärung. Weiß noch genau, wie ich mich am Oldieabend (03.05.1997) gefühlt habe. Besoffen, zerfressen von Kummer und negativen vibrations. M. hat mir heute gesagt, was H. gesagt hat und warum sie ziemlich bald gegangen ist. Es war voll o.k. was sie getan hat. Seltsam ist eigentlich nur, dass ich sie seitdem nicht mehr gesehen habe. Es ist aber auch seltsam, dass ich seit 12. Oktober wieder relativ regelmäßig Kontakt mit R. habe. Sollte ich mir darüber wieder unnötig den Kopf zerbrechen? Nachdem ich wieder einmal das Gefühl nicht los werde, das R. mich doch irgendwie für irgendwas (ge)braucht. Am Freitag, nachdem F. angereist ist, ruft R. um 15 Uhr an. Machen uns wie vereinbart, Treffpunkt für Kinobesuch aus. 18:15 Uhr Kagran. Schauen uns im ältesten Kino von Wien (Erika, 7., Kaiserstrasse) Blutrausch mit OBK an. War ganz witzig. Hat direkt ein schauspielerisches Talent der W. Um 21 Uhr ist der Film aus. R. schlägt noch einen Bierbesuch im Krah vor. Nach drei Bier machen wir dort einen Abgang. Um 23:30 Uhr in Kagran entschließe ich mich wieder einmal mit ihm nach Hause zu fahren. Habe das eigentlich nicht geplant gehabt, aber war ganz gut drauf (keine sentimentale Sehnsuchtsstimmung). Verhalte mich bei ihm recht anständig und mache keine Annäherungsversuche. Trinke ein Gläschen von dem Whisky, den ich ihm im Sommer geschenkt habe. Hat gewisse Auswirkungen. Positive. Bin gut gelaunt. Frage R., warum man (Frau) sich zum schlafen gehen immer ausziehen muss. Mühsam und etwas wackelig entblättere ich mich. Das hat bei R. irgendwie wieder mal gewisse Gefühle ausgelöst. Wenn ich mich so recht entsinne, hat er mich zum Sex animiert. Mit dem Satz, das ich jetzt dann wieder z Monate daran zu kiefeln hätte. Bekomme jetzt bald meine Zähne. Ist also kein Problem. Über die Bettszenerie brauche ich nicht viel zu sagen. So wie immer. Fantastic. Am Sa.06.12.1997 um ca. 09:00 Uhr mit großen Frühstück verwöhnt worden. Nach dem Frühstück hatte ich eigentlich vor, relativ bald zu gehen. Es (im wahrsten Sinne des Wortes) kann was dazwischen. Habe eigentlich wieder nicht in irgendeiner Weise anzudeuten versucht, dass ich mich irgendwie körperlich nähern will. Aber plötzlich (so war es) schnappt er mich. Mit den Worten, das es unfair ist, dass ich ihn so geil mache, beginnt ein weiterer Akt im Bereich sexueller Wollust. Ohne irgendeinen Gedanken an Bedeutung dieser Aktion genieße ich es in jeder Hinsicht voll. R. ist meiner Meinung nach, anschließend recht ruhig und nachdenklich. Mit einem nicht definierbaren (verträumt?) Blick auf sein neues Bild, versuche ich aus seiner sinnierenden Stimmung wach zu rütteln. Die Frage nach H, war vorher. Wir bereden noch unsere Termine der kommenden Tage. Kommt mir auch irgendwie seltsam (blödes Wort) vor. Sagt er es, um mich darauf hin zuweisen, dass er dann in dieser Zeit nicht für mich zur Verfügung steht oder ganz einfach nur so? Ist es eigentlich noch irgendeinen Gedanken Wert sowas zu überlegen? Kommt die Antwort nicht sowieso eines Tages? Trotzdem ist alles so eigenartig. Ich versuche mich von ihm irgendwie physisch und seelisch zu lösen, und er sendet gewisse konträre Signale aus. Wenn ich nicht so absolut von meinen tiefsten Feelings überzeugt wäre, müsste ich mir nicht noch länger über seine Handlungen und Worte Gedanken machen. Drum muss ich das mit H. abklären. Auf eine direkte und saubere Art. Das Weggehen von R. um ca. 14 Uhr war eigentlich unbeschwert. Irgendwie mit einem Gefühlt der Sicherheit. Die Sicherheit, dass ich irgendwas habe, was er braucht. Heute habe ich festgestellt, dass es für mich eigentlich klar ist, dass ich den Rest meines Lebens (noch mindestens 50 Jahre) Kontakt mit ihm haben werde. Als gegenseitiger Trost und Rat – Spender? Als Sexpartner? Oder sonst was? Jetzt ist es bereits fast 1 Uhr. Beende die laut R. unnötigen Gedanken und schmeiß mich in mein großes Bett. S., D. und M. sitzen noch immer vor dem PC. Hoffe die gehen bald schlafen. Ich für meinen Teil, habe genug. Mit einem glücklichen Gedanken an meine Liebe und einen französischen Ye´taime schließe ich das heutige Kapitel auf der unendlichen Reise auf der Suche nach einen gewissen Sinn des Lebens.

Montag, 2. November 2009

Teil 16

09.09.1997

17.09.1997

24.09.1997

26.09.1997

13.10.1997

15.10.1997

20.10.1997



So.16.11.1997
Düster. Draußen, wenn ich bei uns aus dem Fenster blicke. Regen, stark bewölkt. Düster auch in meinem Schädel. Zwei lange Nächte, kaum geschlafen. Etwas Kopfweh. Sentimentale Love-Songs im CD-Player (glaub der geht schön langsam ein). R. hat S. abgeholt. Sitze bei kleiner Beleuchtung in meinem Wohnzimmer büffle für die morgige Führerscheinprüfung. Muss was tun, um meine Stimmung zu verbessern. Think positiv! Kopf hoch, Bauch rein, Brust raus. Lass Sonne in dein Herzen oder sowas Ähnliches. Freitag, ca. dreiviertel Zehn am Abend, sitze beim PC, meine Plattensammlungverwaltung bearbeitet. Telefon; R; mein R. Überrascht, erfreut reagiere ich auf diesen Anruf. Vorerst lässt er einen ganzen Schwall an Beschwerden auf mich los. Warum ich mich nicht rühre. So wie sich das bei guten Freunden gehört. Und warum er immer anrufen muss. Verblüfft versuche ich eine plausible Erklärung zu finden. Beginnend bei Selbstschutz mir gegenüber, Stress, wegen seiner Reaktionen usw. Haber das starke Gefühl, er braucht mich irgendwie. Das was ich in der letzten Zeit mühsamst versucht habe ab zubauen, die Sehnsucht, das Verlangen, die Abhängigkeit von ihm, verschwindet innerhalb kürzester Zeit. Die absolute infektiöse chronische romanöse Stimmung tritt akut wieder in meinem Herzen auf. Dieses unwiderstehliche Gefühl ihn bei mir ganz nah zu haben. Fahre natürlich des Nächtens rüber. Es ist so ein absolut wohltuendes Gefühl in seiner Nähe zu sein. Is wuascht, was wir tun. Reden, Fernsehen (an diesem Abend: Lukas Resetarits), sitzen und Musik genießen. Er hat schon drei lange schlaflose Nächte hinter sich – Vollmond. Er will von mir hören, was er für mich bedeutet. Da, dass wahnsinnig schwer ist, in Worte zu fassen, erkläre ich es mathematisch. Besitze 90 % von dem, was ich brauche um glücklich zu sein. Er ist aber 100 % von dem, was ich mir wünsche. Somit fehlen eigentlich theoretisch rein rechnerisch 10 % zu meinem absoluten Glück. Ich weiß nicht, ob er es verstanden hat. Vielleicht verstehe ich selbst nicht ganz. Ist wahrscheinlich die innere Mauer, die in mir aufgebaut habe, um in meinem Liebeskummer nicht zu ersaufen. Trotzdem; sagt mir ganz tief (wer weiß wo?) in mir drin etwas, dass wir zusammen gehören. Wahrscheinlich hat er zu seiner innerlich aufgebauten Mauer noch einen Stacheldraht Drumherum. Als Schutz vor zu tiefen Gefühlen oder sowas. Weiß nicht. Weiß er selbst wahrscheinlich nicht. Egal. Es ist gut so, wie es jetzt ist. Er hat auf alle Fälle, keine Abwehrmaßnahmen gegen meine Zärtlichkeitsanfälle getroffen. Ich kann nicht anders, wenn er in meiner Nähe ist. Anlehnen, kuscheln, halten, berühren, streicheln, küssen, es ist unwiderstehlich in seiner Nähe. Und ich glaube, es geht ihn auch ganz gut dabei. Kann mir nicht vorstellen, dass er das nicht braucht. Mit ihm Sex zu haben, ist ganz einfach was Besonderes. Ich liebe seinen Körper. Es ist schön manche Stellen, die besonders reizempfindlich sind, zu kennen. Ich liebe seinen Geruch, ich liebe wie er schmeckt. Um das ganze auf einen Punkt zu bringen, es kriegen alle meine (6) Sinne alles was sie so brauchen. Jeder wird zufrieden gestellt. Samstag, 15.11.1997 (1 Jahr danach), Kaffee, gute Musik. Gute Feelings, gute Worte. Und sein Gitarrenspiel. Was will ich noch mehr?
Dienstag, 25.11.1997
18:30 Uhr Herzzerreißende Musik im Player. Finsternis. Wenn man zum Fenster hinaus blickt, denkt man ein großes schwarzes Loch starrt einen an. Düster auch wieder in mir drin. Ursachen. Derlei mehrere, wenn ich es genau betrachte. Ausschlaggebend war sicherlich der Streit mit S. Gewisse Verhaltensweisen sind eindeutig seinem Vater zu zuschreiben. Wieder ein Jahrestag. Diesmal ein negativer. Die Schläge von diesen jenen Vater meines Sohnes. Hatte aber an diesem Abend jedoch im Gegensatz zu heute offene Arme und Ohren. Trost, Geborgenheit, Zärtlichkeit – alles was man in so einer Situation braucht. Heute kann ich meinen Kummer oder Frust nur dem Papier anvertrauen. Der Musik zum Weinen hingeben. Tränen fließen lassen, ohne einen, der sie abwischt und dann küsst und an sich drückt. Drängt sich wieder einmal die unsinnige und immer wiederkehrende Bumerangfrage auf: Warum? R. Ich brauche dich so. Die Sehnsucht nach deiner Nähe ist ungebändigt in mir wie ein gesperrtes Raubtier im Zoo. Sei zufrieden mit dem was du hast. Blöder Spruch. Eines kann das Andere nicht ersetzen. Die Freiheit um alles tun zu können, was man will, ersetzt nicht die Einsamkeit in meinem Herz. Das ist höchstens eine schwache Ersatzdroge. Ein Placebo zum Vorspielen einer Heilung der Seelenschmerzen. Auch drei Nächte mit OBK und Band könne das alles nicht heilen. Höchstens lindern, wie eine Schmerztablette. Und das auch nur eine gewisse Zeitspanne. Der Schmerz bricht wieder aus. Wie schon sooft notier, hoffnungslos romanös und chronisch infiziert. Ein Virus der ganz tief in mir drin immer drauf wartet, um mich zu verletzen. Mich zu quälen. Winzige Kleinigkeiten würden ihn, den hartnäckigen Bazillus schon bekämpfen. Ein paar Worte, ein Blick eine Berührung von meiner unerwiderten (?) Liebe. Das Eigenartige dabei ist, wenn ich jetzt z.B. den Mut hätte, ihn anzurufen, es würde noch schlimmer werden. Warum? Weiß es nicht. Weil wieder nicht alle meine Wünsche und Träume in Erfüllung gehen. Die letzten drei Nächte waren wieder ein Megaereignis auf dem Gebiet Live-Event. Sa, Vindobona 20 – 23:30 Uhr. Wieder einige bekannte Gesichter getroffen. An diesem Abend mit den Öffis heimwärts gefahren. M. schläft bei S. Seit Donnerstag haben wir über 30 neue Fernsehprogramme (Kabel-TV) Manchmal gibt es da auch wieder was Sehenswertes für mich. Samstag, Vindobona. Treffe F.J. Das Konzert ist wieder fabolous. Ein paar alte Mitglieder der Chefpartie gastieren auch auf der Bühne. Edi J. – Schlagzeug, Willy B. – Gitarre, Karl Key - Tischgitarre, Josef Havlicek (Gitarre). Nach dem Konzert, gibt es gegenüber im Shelter noch eine Party. W. und. G.B. legen Platten auf. Gute Musik. Willy DeVille, Rolling Stones usw. Es wird viel getanzt und natürlich gesoffen. Habe mich mit einigen der Musiker unterhalten. Um 3 Uhr habe ich dann aber eigentlich genug. Fahre mit F.J. mit dem Taxi nach Hause. Er übernachtet bei mir. Montag, Vindobona 20 – 23:05. Wieder ganz vorne. Viele bisweilen bekannte Gesichter getroffen. S., M., F., T., H. Nach dem musikalischen Hochgenuss, gibt es wieder ein Apres im Vindobona. T. aus Reutte kennengelernt. Gut unterhalten. Auch nette Gespräche mit G.B. geführt. Ich denke, es war so 3 oder 4 Uhr Aufbruch. F.J. geht noch ins Shelter. T. und ich wandern zum Schwedenplatz. Auf dem Weg dorthin, sehen wir noch S, R. u. W. bei der Prindl frühstücken. Auch ein Überstar muss mal was Essen. Nachtbus ist keiner mehr gefahren. Somit haben T. (der zweite Tiroler den ich nun kenne) und ich auf die erste U-Bahn gewartet. Über Kabarett, Filme und Musik unterhalten. Um ca. 6 Uhr zu Hause. F.J. ist dann um ca. 9 Uhr aufgekreuzt. Nachmittag ist er um ca. 17 Uhr in die Heimat abgefahren. Der Streit m. S. war vorher. Er wollte absolut nicht einkaufen. Habe dann M. geschickt. Jetzt ist es bereits 21:30 Uhr und ich werde ein bisschen Hausfrau spielen und bügeln. Ein bisschen wohler fühle ich mich nach der Schreiberei schon. Aber in den Armen, den Kopf an die Schulter oder auf die Brust gelegt und festgehalten von R. wäre besser. Genug, bevor meine Tränen das ganze Geschreibe zerfließt. Produziere mir jetzt mal einen Kaffee. Morgen muss ich eh´ schon um 8 Uhr weg.

Samstag, 31. Oktober 2009

Teil 14

Sa.12.07.1997
16:30 Uhr, Bahnhof Oberwart. Zug nach Wr.Neustadt. Super 24 Stunden im Burgenland verbracht. Konnte im Zug nicht mehr weiter schreiben. War zu wackelig. Bin am Fr.11.07.1997 direkt von der Firma zum Südbahnhof gefahren. Der Zug fährt um 13:55 Uhr. Muss in Wr. Neustadt umsteigen. Dieser fährt direkt nach Oberwart. Lerne F.J. kennen. Dürfte so um die 50 sein. Auf alle Fälle ist er ein riesen Kurti Fan. Wir teilen uns das Taxi nach Buchschachen. Beim Trulitschwirt habe ich ein Zimmer bestellt. Als ich ankam, hat der Wirt, Hr. R., sofort gesagt:“ Sie sind die Frau K. aus Wien“. Nicht lange, dann war ich die S. und Hr.R, der F. Baujahr 61, auch ein Liebhaber der guten Musik. Geht natürlich auch zum OBK-Konzert. F. organisiert einen Chauffeur in die Luftgruabn wo das Open Air stattfindet. Wir haben im Auto eine riesen Gaudi. Beim Konzert trennen sich unsere Wege. F. beim Bierbrunnen, ich vorne erste Reihe. Es regnet wieder einmal. Is wurscht. Bin ausgerüstet. Stiefel, Lederhose, Regenjacke. Diesmal spielt eine Vorgruppe aus Oberwart. Auch nicht schlecht. Das Konzert wieder, wie immer, super. W. legt wieder all seine Energie in alle Lieder. Es ist diesmal nicht so lang, wie sonst. Nach dem Konzert treffe ich noch F.J. Er fährt mit den Musikern nach Wien. Durch Zufall stehe ich bei der Garderobe der Musiker. E. sagt „Baba“. W. lässt sich mit 2 Mädels fotografieren. Wie er weg geht, sieht er mich an und sagt:“Servus“. Na leiwand. Dann musste ich noch eine Mitfahrgelegenheit abchecken. F. ist irgendwo abgesoffen. 2 Mädels von der Bar machen das für mich. Super. Falle halbtot ins Bett. Am nächsten Tag wache ich gut erholt auf, dusche, packe und gehe in die Gaststube. Will „Guten Morgen“ sagen, aber ein Blick auf die Uhr hält mich zurück. Es ist bereits 14:30 Uhr. Frühstück gibt es trotzdem. F. organisiert mir einen Fahrer zum Bahnhof. Adressen und Telefonnummern ausgetauscht. F.J. hat auch heute schon einmal angerufen und sich nach mir erkundigt. Very nice. Werde ihn anrufen. Um 19 Uhr bin ich in Wien Südbahnhof. 20 Uhr zu Hause. Aber nicht lange. Um ca. 23 Uhr fahre ich wieder mal ins Krah. M., der Mönch quatscht mich an. Bärtiger, langhaariger Brillenträger. Beim ersten Ansehen, dachte ich mir schon, kein Interesse. Wir latschen mit seinem Fahrrad in ein Lokal auf der Taborstrasse namens Brick. Bis zur Sperrstunde. Als wir rauskommen, ist es schon hell. Latschen zu ihm in die Wohnung. OBK-Platten, Janis Joplin gehört. In der Früh frühstücken wir beim Szauter. Um 12 Uhr bin auf dem nach Hause Weg. Um 13 Uhr OBK im Radio. Kurz geschlafen. Um ca. 17 Uhr ruft M. an. Ich gehe rüber quatschen. Si hat sich wieder mal von R. getrennt. Sellerie. Um ca. 20 Uhr gehe ich nach Hause. Computerisiere wieder herum. Mache ein Plakat über die Kombo. Am Bahnhof habe ich mir schon die Fahrzeiten für die Züge am Freitag nach Innsbruck geholt. Zu und Eintrittskarte am Dienstag, 15.07.1997 besorgt. Treffe mich mit M. im Krah. Da ist diesmal Karaoke – Singen. Will ich mit machen. Kurti gibt es keinen. Nachher waren wir dann noch in der Tenne. Recht lustig. Um ca. 2 Uhr waren wir zu Hause. H. ruft einmal an, leider auch der Mönch. Mag ihn nicht. Erinnert mich viel zu viel an R. Pfui. Von S. sind inzwischen wieder 2 Karten gekommen. Jedesmal eine Liste Bestellungen, was ich ihm schicken soll. Vor allem Naschereien. Mache ich auch Donnerstag. Einen Karton voll – ab nach Salzburg.
Freitag, 18.07.1997 freigenommen. In der Firma herrscht zwar Chaos, aber is eh wurscht. Um 09:30 Uhr geht mein Zug nach Innsbruck. Frühstücke ausgiebig im Speisewagen und genieße die mehr als fünfstündige Fahrt nach Tirol. Übrigends das erste Mal. Um ca. 15:35 Uhr angekommen. Fahre mit dem Öffi-Bus Linie K zum Gasthof Bierwirt. Habe gleich eine Fahrscheinkontrolle. Der Gasthof ist vorzüglich. Fernseher mit über 20 Sendern. Telefon Bad Ko. Ideal. Nach kurzer Erfrischung und Umkleidung mache ich mich auf den Weg zum Bierstindl. Dort findet im Garten wieder mal ein Megaereignis statt. Vor dem Konzert esse ich bei einem Würstelstand noch eine Eitrige. Ab 18 Uhr stehe ich vor den Zäunen des Gartens. Unterhalte mich mit den Bodyguards. Die Kombo probt schon fleißig. Drei Mädels, die ich vom Schwechater Konzert kenne, dürfen schon vorher rein. Stehen auf der Gästeliste. Bin dann wieder ganz Vorne. Verspeise eine Semmel Schweinsbraten und Pfefferoni. Ein großes Bier fürs Konzert besorge ich auch noch. Es regnet wieder mal. Egal. Gut gerüstet. Die drei Mädels reden sehr viel über W. und den Leuten von der Band. Auch über F.J. haben sie gesprochen. Frage die Eine noch den Telefonnummern. Diesmal spielen sie wieder mal vorzüglich. W. singt und spielt sich wieder die Seele aus dem Leib. Gspenster auch, Wahnsinn – Blues pur! Zum Gänsehaut kriegen. Nach dem Konzert kaufe ich mir ein Plakat und zwei Bücher von OBK. Fahre mit dem Taxi zum Bierwirt. Der Taxler stammt aus Favoriten! Steil! Schlafe im Hotel wieder super ein. Das Frühstück genieße ich wieder mindestens eine Stunde. Es gibt mehr zu Essen, als man sich denken und schaffen kann. Mittags fahre ich in die City. Jausne beim Katzung. Fotos gemacht. Karte an S. geschickt. Nach kurzer Siesta im Gasthof, fahre ich wieder in die Altstadt. Auf der Suche nach einem Lokal, lande ich im 11er Haus. Esse eine riesige Portion Rindsuppe. Kleines Bier dazu. Achja, Vormittag war ich auch shoppen. S. Einiges gekauft. Ich habe mir eine Levis zugelegt. Es ist nicht leicht in Innsbruck, ein Lokal mit Action zu finden. Eine der wenigen Lokalitäten ist das Prometheus. Kaffee und Disco. Klein, eng, aber recht lustig. Die Tiroler sind nicht sehr kontaktfreudig. H. war Gott sei Dank eine Ausnahme. 3o Jahre, fest gebaut, kurze blonde Haare. Bis jetzt auf der Suche nach den richtigen Job, schon viel herumgekommen. Ist sehr gesprächig. Gehen dann ins Filou-Klubkaffee mit Klingel und Türsteher. Das Interieur erinnert mich an alte Filme, wie Casablanca. Teppiche, Palmen, Sitzecken mit Poster, Ventilatororen an den Decken. Gemütlich. Die Stimmung ist gut. Um ca. 3 Uhr fahren wir mit dem Auto auf einen Berg bei Innsbruck. Super Aussicht, aber saukalt und….Regen. H. fährt mich zum Bierwirt. Schlafe gut. Frühstücke wieder, wie ein König, besser gesagt wie eine Königin. Um 11 Uhr gehe ich meine Rechnung an der Rezeption begleichen und fahre mit dem Bus K zum Bahnhof. Habe reichlich Zeit. Kaffee und Golatsche gekauft. Schaue mich noch um, ob ich den Favoritner Taxler irgendwo entdecke. Rufe M. an. Frage, ob sie mich abholen könnte. Leider nein. Sie muss wieder mal was erzählen. Um 13:30 fährt der EC aus Basel, heimwärts. Da sitze ich jetzt. Höre super Musik vom Walkman. Mittlerweile bin ich schon in Oberösterreich. Zeitweise lässt sich die Sonne (sie gibt es noch) sehen. Habe mich in Innsbruck nach den Fahrzeiten am Freitag nach Finkenstein erkundigt. Wird diesmal nicht sicher sein, dass ich fahre. S. kommt am Donnerstag. W. hat übrigends noch immer ein Loch im Schuh. Heute wäre in Imst eine Lesung von ihm gewesen. Hätte ich zeitmäßig nicht gepackt. Leider. Ich glaube ich brauche einen flexibleren Job. Nicht nur um W. zu besuchen, auch sonst. Jetzt fährt der Zug gerade in Linz ein. Höre schon die dritte Kassette. Denke noch immer so oft an R. Verdränge die Gedanken aber immer, sonst dreh ich sicher durch. So muss ich halt weiter mit dem Gefühl leben, meine größte Chance auf ein glückliches Leben (Beziehungsgsmäßig) vertan, verpasst zu haben, was auch immer. Kann dem eh´ nicht nachlaufen. Wenn der Alltag wieder einkehrt (versuche es so gut wie möglich) zu vermeiden) wird es ganz schlimm und verfalle wieder in tiefsten Liebeskummer. Hoffe nur, dass R. mir wenigstens als Freund geblieben ist.
Do.07.08.1997
Schon wieder einige Zeit und einiges geschehen seit meiner letzten Eintragung. Man möchte sagen, weltbewegendes. Zumindest für mich. So soll es halt sein. Bis am So.20.07.1997 um 18:30 Uhr. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, R. liegt seit einer Woche im Spital. Und ist todkrank. Wahnsinn! Zu dem später. Vorher hatte ich noch ein super Wochenende in Kärnten. Am Mi.23.07.1997 hole ich meine Eintrittskarte vom Ronacher ab. Gehe anschließend ins Krah. Esse ein Gröstl und trinke ein Bier. Am Do.24.07.1997 kommt S. um 12:25 Uhr am Westbahnhof von seinem Aufenthalt in Salzburg retour. Ich freue mich wahnsinnig. Obwohl, ich etwas Bedenken habe, ob S. am Freitag mit mir nach Kärnten fährt. Nachmittag ist natürlich M. bei S. Er ist nicht besonders begeister gleich wieder weg zufahren, aber es geht. M. übernachtet bei uns. Die Zwei sind glaube ich bis 2 Uhr früh auf. Telefoniere kurz mit F.J. Treffpunkt ausgemacht. Um 1 Uhr ! ruft F. an. Voller Begeisterung erzählt er mir, wie er sich über den Brief gefreut hat. Nach ein paar Stunden Schlaf bin ich wieder auf einem Bahnhof und fahre gen Süden nach Finkenstein. S. ist ganz gut drauf. Um ca. 14:45 Uhr kommen wir an. Nach kurzer Suche haben wir auch schon ein schönes Zimmer in einem Gasthof; ca. 10 min. vom Bahnhof entfernt; gefunden. S. macht es sich vor dem TV-Kistl gemütlich. Nachdem ich bei der Haltestelle Finkenstein vergeblich auf F.J. warte, versuche ich etwas Essbares für S. auf zu treiben. Das war gut so, weil warum? Finde das erste Schild, das zur Burgarena führt. Nachdem ich den Imbiss S. (eingeschlafen), bringe mache ich mich auf dem Weg war steil, lang, es war heiß, überall stand Schweiß (besonders in meinen Boots). Aber es hat sich gelohnt. W. nicht der Arena. Laut Wetterbericht zu unsicher, daher im Zelt. Beim Eingang treffe ich dann F.J. Wie sich herausstellt, hätten wir uns am Faaker Bahnhof treffen sollen. Was solls. Das Konzert beginnt pünktlich um 20 Uhr mit :“ I was gnua“. Es folgen vier Stunden Blues, Rock, Show vom Feinsten. Stehe natürlich wieder an der Front, obwohl Sitzplätze vorgesehen sind. W. hat bereits in beiden Schuhen jeweils ein Loch im Schuh. Nach dem Megaereignis spricht mich ein Mädel aus dem Waldviertel an. Sie meint, ob ich nicht nähere Kontakte zur Band habe. F.J. organisiert einen kurzen Fototermin mit ihr und OBK. Nachher speisen wir gemeinsam mit den sogenannten VIPS auf der Burgruine im Stüberl. Ich lasse mir köstliche Eierschwammerl gut schmecken. Es ist irrsinnig gemütliche und gute Stimmung. W. sinniert (wie üblich) vor sich hin und trällert ein paar Lieder. Das Mädchen (ich glaube D.) bringt F.J. und mich in den Gasthof. F.J. macht es sich auf dem Sofa bequem. Nach dem Frühstück fahren wir ziemlich bald heimwärts Der Schaffner im Zug, war auch beim Konzert. Zwischen Villach und Salzburg ist der Zug so überfüllt, dass ich lange Zeit keinen Sitzplatz habe.

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