Teil 28
Erotische Träume
Sa.25.07.1998
Krah Krah einmal anders. Kaum Leute. Habe sogar einen Sitzplatz. Ganz hinten links. Vor ein paar Stunden ziemlich erschöpft vom 19. OBK Konzert nach Hause gekommen. Bin am Freitag, gleich nach der Firma losgefahren. Steckte dann zu Beginn der Anreise nach Pram, im Stau. Dann ging es bis Linz recht flott. Dort legte ich eine Kaffeepause ein. Um 16:30 hatte ich in der Nähe des Konzertgeländes schon eine Übernachtungsmöglichkeit. 18:30 Uhr dann beim Gasthaus Fellinger, wo es wieder ordentliche Live-Musik gegeben hat. S. (Wels), S. + R. (München) und F.J. getroffen. Das Ganze fand in einem großen Gastgarten statt und lief unter dem Motto Wikingerfest. Darum sah die Bühne wie ein Schiff aus. Vor Beginn wieder kurz mit den Musikern unterhalten. C. fällt derzeit 7 Monate aus. Für ihn trommelt S.B. Um 22:00 Uhr beginnt die Session. Es sind viele Besoffene unter dem Publikum. Bis auf ein paar Wenige, verhalten sie sich recht friedlich. K. ruiniert seine Stromgitarre. Hat aber Gott sei Dank seine alte Rote in Reserve. Das Publikum geht gut mit, es herrscht Kirtagsstimmung. Aber es dürften nicht viele eingefleischte OBK-Kenner darunter sein; Weil, warum? Mit gegröllt wird nur bei den altbewährten Songs. Is wuarscht. Trotzdem war es für mich die Reisestrapazen wert. Eintrittskarte gab es diesmal keine, dafür einen unsichtbaren Stempel. Beim Ausgang noch mit M. unterhalten. Ach ja, das Raschhofer Terzett war auch da. Willy hat sie während der Show ganz lieb begrüßt. F.J. hat sich bei mir im Gasthof einquartiert. Ca. 9:00 Uhr frühstücken. Mit den Wirtsleuten unterhalten. Ca. 11:00 Uhr losgefahren. Habe ziemlich Kopfweh. F.J. steigt in Amstetten aus. Noch einen Kaffee getrunken. Denke mir in der Raststätte, hoffentlich schaffe ich die letzten ca. 150 km noch halbwegs. Kaufe mir zum Aufputschen Schokolade. Während der Fahrt, die relativ verkehrsreich, aber ruhig verläuft, überlege ich, ob ich doch noch eine Rast einlegen sollte. Doch dann gibt es Stau. Kann mir eine Zigarette gönnen und mich mit einem Apfel aufputschen. Um ca. 16:00 Uhr in Wien. Tanken, Floridsdorf – Lottoscheine aufgegeben. Nickerchen gemacht, Reistasche ausgepackt. Zwei guterhaltene OBK-Plakate mitgenommen. Bekommen wieder einen Ehrenplatz. Einen Spielplan auch ergattert. Einige Fotos gemacht. Leider ist der Film ausgegangen. Egal, die good vibrations kommen wieder rüber, und das bleibt. Obwohl ich seit Freitag früh nicht zu Hause war, möchte ich heute nicht in der Wohnung sitzen, und mich langweilen. Darum sitze ich hier, und genieße die Atmosphäre und beobachte, wie immer, die Leute. Habe schon eines dieser riesigen Brote (Gemüse) verdrückt und trinke jetzt mein zweites Obi gespritzt. Haber wieder festgestellt, lieber alleine unterwegs zu sein. Das Rolling Stones Konzert mit F. war ziemlich nervig. Und F.J. ist auch nicht ganz easy. Aber, das sage ich den Beiden auch immer. Die Zwei sind irgendwie Sozialfälle, wobei ich die Rolle der Therapeutin übernommen habe. Beide saufen. Haben und hatten nie so richtige Beziehungen. Reden kann ich gut mit ihnen, aber zu Nahe dürfen sie mir nicht kommen. Sind dazu, absolut nicht meine Typen. Auch wenn ich derzeit sexuell etwas ausgehungert bin, die Zwei wären dafür nichts. Möchte nicht wieder über meine Everlasting Love schreiben, aber ich bin irgendwie gespannt, ob mir sowas wieder passiert. Es war doch ein absolutes Gefühl der Sicherheit. Die Gewissheit, da ist immer jemand für mich da. I shall see. Die Freiheit ist doch für mich wahrscheinlich besser. Meine Zeit für mich alleine einzuteilen, und so zu verbringen, wie ich will. Je nach Lust und Laune. So, wie jetzt.
So.02.08.1998
Im Gegensatz zu vergangenen Wochenende, bin ich ziemlich faul und bequem. Bis auf die übliche Hausarbeit, sitze und liege ich entweder am Balkon oder in der Wohnung herum. Nachdem ich letzten Samstag das Krah verlassen hatte, ging ich noch ins Stamperl. Tote Hose. Auf dem Weg zum Auto, wollte ich noch schauen, was im Relax los ist. Drei (wieder einmal viel zu junge) Boys quatschten mich beim Eingang an. K. (Brille), M. und sein Cousin T. Und der hat es mir irgendwie angetan. Seltsam; wollte ihn eigentlich nur benutzen um meine Bedürfnisse zu decken. Doch, irgendwie geht er mir nicht aus dem Schädel. Er hat meine Telefonnummer. Ich, seine. Habe ihn diese Woche einen Brief geschrieben. Gestern versuchte ich ihn am Abend telefonisch zu erreichen. Nothing. Denke, wenn sich da in den nächsten Tagen nichts tut, forget it.
So.02.08.1998
Es ist sowieso aus zu schließen, dass sich da beziehungsmäßig was abzeichnet. Der Junge ist erst 23 Jahre alt. Habe sowieso schon zwei Schritte gesetzt. Jetzt sollte was von ihm kommen. Möchte da keine mathematischen Rechnungen aufstellen, doch ich möchte nichts und niemanden mehr nachlaufen. Zu viele negative Erfahrungen stecken da drin. Vielleicht gibt es nur sehr wenige und erlesene Menge von Menschen, die mit mir länger in Kontakt bleiben. Denke mir schon ein umgänglicher Mensch zu sein. Wenn wer was von mir will, bekommt er es meistens. Aber nur dann, wenn ich es für richtig halte. Somit liegt die Entscheidung letztendlich immer bei mir. So soll es auch sein. Meine Gefühle bestimmen nach wie vor mein Handeln und mein Leben. Auch wenn das Liebesphantom R. noch immer in mir steckt, ist es durch die Zeit, wo ich von ihm nichts gehört und gesehen habe, kleiner geworden. Aber nur optisch. Wie, wenn man an einer unendlich langen geraden Straße entlang geht und die Silhouette des Menschen wird immer winziger. Was bleibt, ist das Gefühl, hinter dem Horizont, war und ist ein Mensch, den ich lieben kann. Wahrscheinlich für immer unerreicht. Rückblicke sind erlaubt, aber es kann nur nach vorne weitergehen. Bin sowieso ein ungeduldiger Mensch, wenn nichts weitergeht. Meine Denkerei mach das auch nicht immer ganz leicht, aber trotzdem fühle ich mich wohl. Es ist mein eigenes Leben. Sollte es doch noch einige spaßige Stunden mit T. geben – schön, wenn nicht – auch gut. Diese Woche schon 2 Schulungen in der neuen Firma gehabt. War sehr interessant. Das Richtige momentan für mein lange Zeit arbeitsloses Gehirn.
Sa.08.08.1998
Angelibad irgendwann so um Mittag. Mit M., A. und eine Masse an Kinderanhang. Also die kleineren Ausgaben davon, sind für mich nichts mehr. Kann damit absolut nichts mehr anfangen. Denke irgendwie, das ist für mich wie ein Schritt zurück. Eingeschränkt in der Freiheit und Unabhängigkeit die ich mir in den letzten Jahren bitter erkämpft habe. M. hatte gerade das Baby von L. auf dem Bauch liegen, und sagte, wie schön sie das findet. Ich dachte mir, ich hätte lieber was Größeres auf mir liegen. OBK im Ohr. Halbschattiger Platz auf einer sauberen Wiese bei der Alten Donau. S. hat gerade eine Portion Bratwurst und eine riesige Cremeschnitte verputzt. Sommer, Sonne, Ruhe, Entspannung. Ein leichtes Lüftchen weht durch meine Haare. Habe in letzter Zeit festgestellt, dass mir so viele Kopfhaare ausgehen. Hat das was mit meinem unausgelasteten Hormonhaushalt zu tun?
Mi.12.08.1998
22:30 Uhr, Willy sinniert vor sich hin. Ich bin total aufgewühlt. Das wird eine schlaflose Nacht. Vor ca. 2 ½ Stunden hat R. angerufen! Wahnsinn. Bin komplett verwirrt. Er hat meinen Brief wahrscheinlich verstanden. Zumindest, will er darüber reden. Na das ist ja schon was. Er klang ziemlich fertig am Telefon. Momentan hätte ich am liebsten gesagt:“Jetzt, sofort, auf der Stelle“. Auber, Geduld. Nichts überstürzen. In ca. 20 Stunden, weiß man (Frau) mehr. Nur nicht zu viel vorausdenken. Nicht zu viele Zukunftsvisionen ausarbeiten. Auf alle Fälle, bahnt sich da a bisserl was an. Schönes angenehmes Gefühl. Das will ich. Bin so von meinen Innersten überzeugt, dass es diesmal für mich nur schwer zu verstehen gewesen wäre, wenn Garnichts gekommen wäre. Vorerst ein kleiner Schritt von der anderen Seite. Das ist gut so. Auch wenn es nach meinen Spielregeln laufen soll, möchte ich doch was von der anderen Seite sehen, hören usw. Eigentlich brauche ich nur den ersten Augenblich aufnehmen. Die erste Sekunde abwarten. Denke, das wird entscheidend sein. Freue mich total drauf. Selbst, wenn es nur eine Freundschaft wird. Auch das wäre für mich akzeptabel. Eines habe ich diesmal wieder festgestellt, was ich eigentlich an dem anderen Geschlecht anzieht. Es ist nicht nur die physische Anziehungskraft. Es ist nicht nur die Sympathie. Es ist die Intelligenz, die da von der anderen Seite rüberkommt. Diese geistige Geilheit turnt mich total an. Habe das Sonntag in mir gespürt. Es war wie eine warme Quelle in mir drinnen. Sind das die berühmten Schmetterlinge? Dieser warme Fluss kam nicht von unten, nein es war überall. Es war keine Berührung, es war kein Blick, es waren Worte. Oder vielleicht alles zusammen? Egal. Aber trotzdem interessant, dass Ganze zu erforschen. Irgendwie spannend. Wünsche mir nur ein bisschen mehr Glück, als in den letzten Jahren. Weil, warum? Glück im Spiel – oder wie geht der blöde Spruch? Wuarscht. Habe Beides nie so richtig wirklich gehabt. Oder vergessen, es zu nehmen. Eines ist irgendwie witzig.
R. – Steinbock
R. – Steinbock
R. – Steinbock
Ist es wieder nur meine Angewohnheit, überall Zusammenhänge zu finden, oder Zufall? Folge weiterhin meinen Bauch. Der Kopf hat sowieso schon viel zu viel zu tun. Erschöpfung macht sich breit. Ab ins Bett. Werde morgen wissen, wie es da weitergeht und ob überhaupt. Es wäre wunderbar.
Sa.15.08.1998
Ätsch, Schmecks. Das Leben mir in Sachen Liebe gehörige Streiche. Nichts mit Treffen. Kein neuer Anfang. Keine Chance wieder etwas Glück zu erhaschen. Gedanken vom Fr.14.08.1998 in der Firma:
Akzeptanz – 0
Gefühl – da
Möglichkeit zum kompensieren.
Alternative?
Kenne ich wirklich, dass was man Liebe nennt, nur von meiner Seite?! Ist alles richtig, was ich in diesem Bereich tue? Oder nur Pech? Weiß eigentlich, dass ich wahrscheinlich den falschen Weg gehe, trotzdem tue ich es immer wieder. Es tut jedes Mal verdammt weh. Nur die Tränen bleiben immer öfter aus. Bin ich ein Masochist? Ist es so wie R. gesagt hat, „Du kannst aus Deiner Haut nicht raus“. Es gibt Einige, die mich wollen. Aber ich mag Die nicht! Sind immer die gleiche Art von Mensch. Sozialfälle, Trinker, Loser, usw. Bin ich auch ein so ein Loser? Der Schalter zu meinen Gefühlen ist defekt. Können nicht abgedreht werden. Denke ich will das auch gar nicht. Also muss ich die Löcher in meiner Seele akzeptieren. Vielleicht mit ein bisschen (ein paar Stunden) Liebe kitten. Anders dürfte das wohl bei mir nicht laufen. Bin bei so vielen Dingen flexibel, nur da anscheinend nicht. Wird halt so sein, Schicksal sein. Wahrscheinlich kann man solche Dinge nicht lenken. Oder doch? Wenn ja, wie? Jetzt, Sa.15.08.1998, 21 Uhr. Verdammt, warum meldest Du dich nicht? Da ist doch was. Das mit Donnerstag, könnte doch ein Missverständnis bezüglich des Treffpunkt gewesen sein. Das Telegramm, war ein neuer Versuch. Ein Anruf, Freitag, kurz bevor ich zu Hause war. Warst das Du? Und jetzt? Kommt noch was? Bin so unruhig. Ist es nur die Sehnsucht nach Nähe zu einem Menschen? Der Wunsch endlich wieder das Gefühl der Geborgenheit zu verspüren? Die Sucht nach Kommunikation über Kopf und Körper. Seelisch, physisch Befriedigung zu finden. Oder ist R. jetzt das, was R. ist? ? ? ? Wenn ich nicht so ungeduldig wäre, wäre es leichter für mich. Sage mir, und auch Anderen, nichts und niemanden nach laufen zu wollen, aber was soll ich tun. Der Drang ist so stark. Beherrschung fällt mir da so schwer. Am liebsten würde ich jetzt die Welt auf den Kopf stellen, um ihn zu sehen. Hinfahren, warten. Habe ich Donnerstag, schon um 01:30 Uhr getan. 45 Minuten beim Eissalon auf der Donauinsel. 45 Minuten vor seinem Haus. Is it right? Is it wrong? I don´t know. I feel it! Wo stehen die Rezepte für solche Situationen? Oder ist es ein Restlessen. Zusammen gewürfelt aus Restln an Hoffnung, Erwartung, Wünsche, Sehnsucht? Tu mir ganz einfach so schwer Grenzen zu setzen, wenn es darum geht, irgendwo ein Ende zu sehen. Ganz einfach die Irrtümer ein zusehen. Ärger, Gram, Zweifel kommen da in mir auf. Habe ich das mit R. schon verkraftet? Dazu gibt es momentan keine Antwort.
So.16.08.1998
Für einen Sonntag verdammt zeitig auf. Um 08:00 Uhr schon putzmunter. Frühstücke ausgiebigst am Balkon. Jetzt kugle ich im Bikini herum und hoffe doch noch, auf ein Zeichen von R. Heute Nacht hatte ich einen Traum, den man fast verfilmen sollte. Viel Musik, passend zu den auf und erregenden Szenen. Das Ganze spielte sich in einer ziemlich ländlichen Gegend mit viel Wald ab. Man sieht ein Liebespaar im halbdunklen Forst spazieren gehen. Sie gelangen an einen irrsinnig hohen Nadelbaum. Dieser ist so hoch, dass man die Spitze gar nicht erkennen kann. An den Stamm angelehnt eine Leiter. Sie läuft Schnurrstracks darauf zu. Er hinten nach. Es herrscht eine total friedliche und spannend erotische Stimmung zwischen den Beiden. Als sie bei der Leiter angelangt, dreht sie sich nach ihm um und wartet. Er läuft auf sie zu, direkt in ihre Arme. Sie lässt sich in die Sprossen der Leiter fallen. Er küsst sie. Er will sie. Er brennt vor Verlangen. Alles rundherum existiert nicht mehr. Mittlerweile steht am Himmel schon der Mond. Nur dieser spendet einzelne Streifen Licht. Man kann von der Ferne nur erahnen das, da zwei Leute sind. Plötzlich wird es für Sekunden total hell. Ein greller Blitz erleuchtet die unendlich hohe Tanne. Sie öffnet ihre Augen. Dreht sich weg von ihm und steigt die Leiter empor. Er, verwirrt und fasziniert von dem Anblick ihrer Beine, steigt nach. Das verlockende am anderen Ende der Beine, leuchtet im grellrot entgegen. Er ist wie von Sinnen. Sie klettert immer höher, immer rascher. Dann hält sie abrupt und zieht, woher auch immer, ein Kondom heraus. Sie hat nur ein kurzes rotes Kleid an. Die Saumspitze reicht gerade über ihren Po. Darunter trägt sie nur ihre nackte glatte braungebrannte Haut. Wenn er vorbei, an der ihn wahnsinnig machenden feuerroten weiblichen Spalte vorbei sieht, kann er ihre kleinen verspielten Brüste erblicken. Die Spitzen sind so hart, dass er sich nichts mehr wünscht, als sie in seinen Mund zu nehmen. Doch diese Trance wird durch ihr plötzliches stoppen unterbrochen. Verwirrt ruft er ihr zu, was das soll. Mittlerweile steht sie rücklings zum Baum, fas ohne Halt blickt sie auf ihn herab. Sie sind schon so hoch, dass man den feuchten Waldboden kaum erkennt. Er macht nur für Sekunden einen Blick hinunter. Erstarrt kurz und blickt sie mit tausend Fragezeichen in den Augen an. Vorbei an all den verlockenden weiblichen Attributen, die ihn noch vor einer Minute zum Wahnsinn getrieben haben. Nun ist nicht mehr sein Penis steif. Jetzt ist es sein kompletter Körper. Erstarrt wie bei eisiger Kälte. Nicht mehr fähig irgendwas zu bewegen. Sie blickt ihn mit roten leuchtenden Augen an und flüstert ihn mit ihrem feuchten Mund zu:“Niemals ohne!“ In einem kurzen wachen Moment, versucht er sie mit einem verführerischen Lächeln um zustimmen. Er schickt ihr Küsse. Aber das sind alles nur mehr Handlungen der Verzweiflung. Tausende quälende Fragen rasen ihm durch den Kopf. Doch da ist es schon zu spät, noch bevor er irgendeine Antwort findet. Sie stößt ihn ihren nackten mit nasser Erde bedeckten Fuß entgegen. Verkrampft versucht er ihn zu erhaschen. Doch die Kräfte verlassen ihn. Er fällt in die unendliche Tiefe und Finsternis dieser so verlockend begonnenen Nacht. Spannungsgeladene Klänge von Gitarren. Totale Finsternis. Dann, ein Auflauf Menschen. Gerüchte über den toten, fast nackten Mann im Wald. Eine in schwarz gekleidete Frau überwacht von ihrer Terrasse aus, das Getümmel. Durch ihren Schleier kann man ihre feuchten Augen leicht erahnen. Heute sollte ein anderes Fest gefeiert werden. Eigentlich ein Erfreuliches. Die stolze, schwarze, geheimnisvolle Frau, wollte heute bekanntgeben, dass sie den Verstorbenen liebt. Und, dass das für alle ein Zeichen und ein Hinweis ist, sie gehört nur mehr diesen Mann. Seit 2 Jahren durfte sie alle Männer, die alleine waren, haben. Doch die Spielregeln in diesem Dorf sagen, wenn Du einmal zu viel für den Mann empfindest, dann musst Du das bekannt geben. Noch nie, wurde dieses Gesetz gebrochen. Jeder hielt sich daran und jeder wusste, dass es gut war. Irgendwie war dann alles recht konfus. Tausende Musiksequenzen, die total geil waren. Klänge die durch den Körper schossen. Am Ende sieht man wieder den Wald. Zwei nackte Körper die sich auf dem Moos vereinigt haben. Man kann nicht genau erkennen, ob es die Beiden, vom Beginn sind. Die Szene ist so unbeschreiblich…keine Worte finde ich dafür. Weiß nur, dass ich total fertig, aufgewühlt und erregt um 03:30 Uhr aufgewacht bin.
Sa.25.07.1998
Krah Krah einmal anders. Kaum Leute. Habe sogar einen Sitzplatz. Ganz hinten links. Vor ein paar Stunden ziemlich erschöpft vom 19. OBK Konzert nach Hause gekommen. Bin am Freitag, gleich nach der Firma losgefahren. Steckte dann zu Beginn der Anreise nach Pram, im Stau. Dann ging es bis Linz recht flott. Dort legte ich eine Kaffeepause ein. Um 16:30 hatte ich in der Nähe des Konzertgeländes schon eine Übernachtungsmöglichkeit. 18:30 Uhr dann beim Gasthaus Fellinger, wo es wieder ordentliche Live-Musik gegeben hat. S. (Wels), S. + R. (München) und F.J. getroffen. Das Ganze fand in einem großen Gastgarten statt und lief unter dem Motto Wikingerfest. Darum sah die Bühne wie ein Schiff aus. Vor Beginn wieder kurz mit den Musikern unterhalten. C. fällt derzeit 7 Monate aus. Für ihn trommelt S.B. Um 22:00 Uhr beginnt die Session. Es sind viele Besoffene unter dem Publikum. Bis auf ein paar Wenige, verhalten sie sich recht friedlich. K. ruiniert seine Stromgitarre. Hat aber Gott sei Dank seine alte Rote in Reserve. Das Publikum geht gut mit, es herrscht Kirtagsstimmung. Aber es dürften nicht viele eingefleischte OBK-Kenner darunter sein; Weil, warum? Mit gegröllt wird nur bei den altbewährten Songs. Is wuarscht. Trotzdem war es für mich die Reisestrapazen wert. Eintrittskarte gab es diesmal keine, dafür einen unsichtbaren Stempel. Beim Ausgang noch mit M. unterhalten. Ach ja, das Raschhofer Terzett war auch da. Willy hat sie während der Show ganz lieb begrüßt. F.J. hat sich bei mir im Gasthof einquartiert. Ca. 9:00 Uhr frühstücken. Mit den Wirtsleuten unterhalten. Ca. 11:00 Uhr losgefahren. Habe ziemlich Kopfweh. F.J. steigt in Amstetten aus. Noch einen Kaffee getrunken. Denke mir in der Raststätte, hoffentlich schaffe ich die letzten ca. 150 km noch halbwegs. Kaufe mir zum Aufputschen Schokolade. Während der Fahrt, die relativ verkehrsreich, aber ruhig verläuft, überlege ich, ob ich doch noch eine Rast einlegen sollte. Doch dann gibt es Stau. Kann mir eine Zigarette gönnen und mich mit einem Apfel aufputschen. Um ca. 16:00 Uhr in Wien. Tanken, Floridsdorf – Lottoscheine aufgegeben. Nickerchen gemacht, Reistasche ausgepackt. Zwei guterhaltene OBK-Plakate mitgenommen. Bekommen wieder einen Ehrenplatz. Einen Spielplan auch ergattert. Einige Fotos gemacht. Leider ist der Film ausgegangen. Egal, die good vibrations kommen wieder rüber, und das bleibt. Obwohl ich seit Freitag früh nicht zu Hause war, möchte ich heute nicht in der Wohnung sitzen, und mich langweilen. Darum sitze ich hier, und genieße die Atmosphäre und beobachte, wie immer, die Leute. Habe schon eines dieser riesigen Brote (Gemüse) verdrückt und trinke jetzt mein zweites Obi gespritzt. Haber wieder festgestellt, lieber alleine unterwegs zu sein. Das Rolling Stones Konzert mit F. war ziemlich nervig. Und F.J. ist auch nicht ganz easy. Aber, das sage ich den Beiden auch immer. Die Zwei sind irgendwie Sozialfälle, wobei ich die Rolle der Therapeutin übernommen habe. Beide saufen. Haben und hatten nie so richtige Beziehungen. Reden kann ich gut mit ihnen, aber zu Nahe dürfen sie mir nicht kommen. Sind dazu, absolut nicht meine Typen. Auch wenn ich derzeit sexuell etwas ausgehungert bin, die Zwei wären dafür nichts. Möchte nicht wieder über meine Everlasting Love schreiben, aber ich bin irgendwie gespannt, ob mir sowas wieder passiert. Es war doch ein absolutes Gefühl der Sicherheit. Die Gewissheit, da ist immer jemand für mich da. I shall see. Die Freiheit ist doch für mich wahrscheinlich besser. Meine Zeit für mich alleine einzuteilen, und so zu verbringen, wie ich will. Je nach Lust und Laune. So, wie jetzt.
So.02.08.1998
Im Gegensatz zu vergangenen Wochenende, bin ich ziemlich faul und bequem. Bis auf die übliche Hausarbeit, sitze und liege ich entweder am Balkon oder in der Wohnung herum. Nachdem ich letzten Samstag das Krah verlassen hatte, ging ich noch ins Stamperl. Tote Hose. Auf dem Weg zum Auto, wollte ich noch schauen, was im Relax los ist. Drei (wieder einmal viel zu junge) Boys quatschten mich beim Eingang an. K. (Brille), M. und sein Cousin T. Und der hat es mir irgendwie angetan. Seltsam; wollte ihn eigentlich nur benutzen um meine Bedürfnisse zu decken. Doch, irgendwie geht er mir nicht aus dem Schädel. Er hat meine Telefonnummer. Ich, seine. Habe ihn diese Woche einen Brief geschrieben. Gestern versuchte ich ihn am Abend telefonisch zu erreichen. Nothing. Denke, wenn sich da in den nächsten Tagen nichts tut, forget it.
So.02.08.1998
Es ist sowieso aus zu schließen, dass sich da beziehungsmäßig was abzeichnet. Der Junge ist erst 23 Jahre alt. Habe sowieso schon zwei Schritte gesetzt. Jetzt sollte was von ihm kommen. Möchte da keine mathematischen Rechnungen aufstellen, doch ich möchte nichts und niemanden mehr nachlaufen. Zu viele negative Erfahrungen stecken da drin. Vielleicht gibt es nur sehr wenige und erlesene Menge von Menschen, die mit mir länger in Kontakt bleiben. Denke mir schon ein umgänglicher Mensch zu sein. Wenn wer was von mir will, bekommt er es meistens. Aber nur dann, wenn ich es für richtig halte. Somit liegt die Entscheidung letztendlich immer bei mir. So soll es auch sein. Meine Gefühle bestimmen nach wie vor mein Handeln und mein Leben. Auch wenn das Liebesphantom R. noch immer in mir steckt, ist es durch die Zeit, wo ich von ihm nichts gehört und gesehen habe, kleiner geworden. Aber nur optisch. Wie, wenn man an einer unendlich langen geraden Straße entlang geht und die Silhouette des Menschen wird immer winziger. Was bleibt, ist das Gefühl, hinter dem Horizont, war und ist ein Mensch, den ich lieben kann. Wahrscheinlich für immer unerreicht. Rückblicke sind erlaubt, aber es kann nur nach vorne weitergehen. Bin sowieso ein ungeduldiger Mensch, wenn nichts weitergeht. Meine Denkerei mach das auch nicht immer ganz leicht, aber trotzdem fühle ich mich wohl. Es ist mein eigenes Leben. Sollte es doch noch einige spaßige Stunden mit T. geben – schön, wenn nicht – auch gut. Diese Woche schon 2 Schulungen in der neuen Firma gehabt. War sehr interessant. Das Richtige momentan für mein lange Zeit arbeitsloses Gehirn.
Sa.08.08.1998
Angelibad irgendwann so um Mittag. Mit M., A. und eine Masse an Kinderanhang. Also die kleineren Ausgaben davon, sind für mich nichts mehr. Kann damit absolut nichts mehr anfangen. Denke irgendwie, das ist für mich wie ein Schritt zurück. Eingeschränkt in der Freiheit und Unabhängigkeit die ich mir in den letzten Jahren bitter erkämpft habe. M. hatte gerade das Baby von L. auf dem Bauch liegen, und sagte, wie schön sie das findet. Ich dachte mir, ich hätte lieber was Größeres auf mir liegen. OBK im Ohr. Halbschattiger Platz auf einer sauberen Wiese bei der Alten Donau. S. hat gerade eine Portion Bratwurst und eine riesige Cremeschnitte verputzt. Sommer, Sonne, Ruhe, Entspannung. Ein leichtes Lüftchen weht durch meine Haare. Habe in letzter Zeit festgestellt, dass mir so viele Kopfhaare ausgehen. Hat das was mit meinem unausgelasteten Hormonhaushalt zu tun?
Mi.12.08.1998
22:30 Uhr, Willy sinniert vor sich hin. Ich bin total aufgewühlt. Das wird eine schlaflose Nacht. Vor ca. 2 ½ Stunden hat R. angerufen! Wahnsinn. Bin komplett verwirrt. Er hat meinen Brief wahrscheinlich verstanden. Zumindest, will er darüber reden. Na das ist ja schon was. Er klang ziemlich fertig am Telefon. Momentan hätte ich am liebsten gesagt:“Jetzt, sofort, auf der Stelle“. Auber, Geduld. Nichts überstürzen. In ca. 20 Stunden, weiß man (Frau) mehr. Nur nicht zu viel vorausdenken. Nicht zu viele Zukunftsvisionen ausarbeiten. Auf alle Fälle, bahnt sich da a bisserl was an. Schönes angenehmes Gefühl. Das will ich. Bin so von meinen Innersten überzeugt, dass es diesmal für mich nur schwer zu verstehen gewesen wäre, wenn Garnichts gekommen wäre. Vorerst ein kleiner Schritt von der anderen Seite. Das ist gut so. Auch wenn es nach meinen Spielregeln laufen soll, möchte ich doch was von der anderen Seite sehen, hören usw. Eigentlich brauche ich nur den ersten Augenblich aufnehmen. Die erste Sekunde abwarten. Denke, das wird entscheidend sein. Freue mich total drauf. Selbst, wenn es nur eine Freundschaft wird. Auch das wäre für mich akzeptabel. Eines habe ich diesmal wieder festgestellt, was ich eigentlich an dem anderen Geschlecht anzieht. Es ist nicht nur die physische Anziehungskraft. Es ist nicht nur die Sympathie. Es ist die Intelligenz, die da von der anderen Seite rüberkommt. Diese geistige Geilheit turnt mich total an. Habe das Sonntag in mir gespürt. Es war wie eine warme Quelle in mir drinnen. Sind das die berühmten Schmetterlinge? Dieser warme Fluss kam nicht von unten, nein es war überall. Es war keine Berührung, es war kein Blick, es waren Worte. Oder vielleicht alles zusammen? Egal. Aber trotzdem interessant, dass Ganze zu erforschen. Irgendwie spannend. Wünsche mir nur ein bisschen mehr Glück, als in den letzten Jahren. Weil, warum? Glück im Spiel – oder wie geht der blöde Spruch? Wuarscht. Habe Beides nie so richtig wirklich gehabt. Oder vergessen, es zu nehmen. Eines ist irgendwie witzig.
R. – Steinbock
R. – Steinbock
R. – Steinbock
Ist es wieder nur meine Angewohnheit, überall Zusammenhänge zu finden, oder Zufall? Folge weiterhin meinen Bauch. Der Kopf hat sowieso schon viel zu viel zu tun. Erschöpfung macht sich breit. Ab ins Bett. Werde morgen wissen, wie es da weitergeht und ob überhaupt. Es wäre wunderbar.
Sa.15.08.1998
Ätsch, Schmecks. Das Leben mir in Sachen Liebe gehörige Streiche. Nichts mit Treffen. Kein neuer Anfang. Keine Chance wieder etwas Glück zu erhaschen. Gedanken vom Fr.14.08.1998 in der Firma:
Akzeptanz – 0
Gefühl – da
Möglichkeit zum kompensieren.
Alternative?
Kenne ich wirklich, dass was man Liebe nennt, nur von meiner Seite?! Ist alles richtig, was ich in diesem Bereich tue? Oder nur Pech? Weiß eigentlich, dass ich wahrscheinlich den falschen Weg gehe, trotzdem tue ich es immer wieder. Es tut jedes Mal verdammt weh. Nur die Tränen bleiben immer öfter aus. Bin ich ein Masochist? Ist es so wie R. gesagt hat, „Du kannst aus Deiner Haut nicht raus“. Es gibt Einige, die mich wollen. Aber ich mag Die nicht! Sind immer die gleiche Art von Mensch. Sozialfälle, Trinker, Loser, usw. Bin ich auch ein so ein Loser? Der Schalter zu meinen Gefühlen ist defekt. Können nicht abgedreht werden. Denke ich will das auch gar nicht. Also muss ich die Löcher in meiner Seele akzeptieren. Vielleicht mit ein bisschen (ein paar Stunden) Liebe kitten. Anders dürfte das wohl bei mir nicht laufen. Bin bei so vielen Dingen flexibel, nur da anscheinend nicht. Wird halt so sein, Schicksal sein. Wahrscheinlich kann man solche Dinge nicht lenken. Oder doch? Wenn ja, wie? Jetzt, Sa.15.08.1998, 21 Uhr. Verdammt, warum meldest Du dich nicht? Da ist doch was. Das mit Donnerstag, könnte doch ein Missverständnis bezüglich des Treffpunkt gewesen sein. Das Telegramm, war ein neuer Versuch. Ein Anruf, Freitag, kurz bevor ich zu Hause war. Warst das Du? Und jetzt? Kommt noch was? Bin so unruhig. Ist es nur die Sehnsucht nach Nähe zu einem Menschen? Der Wunsch endlich wieder das Gefühl der Geborgenheit zu verspüren? Die Sucht nach Kommunikation über Kopf und Körper. Seelisch, physisch Befriedigung zu finden. Oder ist R. jetzt das, was R. ist? ? ? ? Wenn ich nicht so ungeduldig wäre, wäre es leichter für mich. Sage mir, und auch Anderen, nichts und niemanden nach laufen zu wollen, aber was soll ich tun. Der Drang ist so stark. Beherrschung fällt mir da so schwer. Am liebsten würde ich jetzt die Welt auf den Kopf stellen, um ihn zu sehen. Hinfahren, warten. Habe ich Donnerstag, schon um 01:30 Uhr getan. 45 Minuten beim Eissalon auf der Donauinsel. 45 Minuten vor seinem Haus. Is it right? Is it wrong? I don´t know. I feel it! Wo stehen die Rezepte für solche Situationen? Oder ist es ein Restlessen. Zusammen gewürfelt aus Restln an Hoffnung, Erwartung, Wünsche, Sehnsucht? Tu mir ganz einfach so schwer Grenzen zu setzen, wenn es darum geht, irgendwo ein Ende zu sehen. Ganz einfach die Irrtümer ein zusehen. Ärger, Gram, Zweifel kommen da in mir auf. Habe ich das mit R. schon verkraftet? Dazu gibt es momentan keine Antwort.
So.16.08.1998
Für einen Sonntag verdammt zeitig auf. Um 08:00 Uhr schon putzmunter. Frühstücke ausgiebigst am Balkon. Jetzt kugle ich im Bikini herum und hoffe doch noch, auf ein Zeichen von R. Heute Nacht hatte ich einen Traum, den man fast verfilmen sollte. Viel Musik, passend zu den auf und erregenden Szenen. Das Ganze spielte sich in einer ziemlich ländlichen Gegend mit viel Wald ab. Man sieht ein Liebespaar im halbdunklen Forst spazieren gehen. Sie gelangen an einen irrsinnig hohen Nadelbaum. Dieser ist so hoch, dass man die Spitze gar nicht erkennen kann. An den Stamm angelehnt eine Leiter. Sie läuft Schnurrstracks darauf zu. Er hinten nach. Es herrscht eine total friedliche und spannend erotische Stimmung zwischen den Beiden. Als sie bei der Leiter angelangt, dreht sie sich nach ihm um und wartet. Er läuft auf sie zu, direkt in ihre Arme. Sie lässt sich in die Sprossen der Leiter fallen. Er küsst sie. Er will sie. Er brennt vor Verlangen. Alles rundherum existiert nicht mehr. Mittlerweile steht am Himmel schon der Mond. Nur dieser spendet einzelne Streifen Licht. Man kann von der Ferne nur erahnen das, da zwei Leute sind. Plötzlich wird es für Sekunden total hell. Ein greller Blitz erleuchtet die unendlich hohe Tanne. Sie öffnet ihre Augen. Dreht sich weg von ihm und steigt die Leiter empor. Er, verwirrt und fasziniert von dem Anblick ihrer Beine, steigt nach. Das verlockende am anderen Ende der Beine, leuchtet im grellrot entgegen. Er ist wie von Sinnen. Sie klettert immer höher, immer rascher. Dann hält sie abrupt und zieht, woher auch immer, ein Kondom heraus. Sie hat nur ein kurzes rotes Kleid an. Die Saumspitze reicht gerade über ihren Po. Darunter trägt sie nur ihre nackte glatte braungebrannte Haut. Wenn er vorbei, an der ihn wahnsinnig machenden feuerroten weiblichen Spalte vorbei sieht, kann er ihre kleinen verspielten Brüste erblicken. Die Spitzen sind so hart, dass er sich nichts mehr wünscht, als sie in seinen Mund zu nehmen. Doch diese Trance wird durch ihr plötzliches stoppen unterbrochen. Verwirrt ruft er ihr zu, was das soll. Mittlerweile steht sie rücklings zum Baum, fas ohne Halt blickt sie auf ihn herab. Sie sind schon so hoch, dass man den feuchten Waldboden kaum erkennt. Er macht nur für Sekunden einen Blick hinunter. Erstarrt kurz und blickt sie mit tausend Fragezeichen in den Augen an. Vorbei an all den verlockenden weiblichen Attributen, die ihn noch vor einer Minute zum Wahnsinn getrieben haben. Nun ist nicht mehr sein Penis steif. Jetzt ist es sein kompletter Körper. Erstarrt wie bei eisiger Kälte. Nicht mehr fähig irgendwas zu bewegen. Sie blickt ihn mit roten leuchtenden Augen an und flüstert ihn mit ihrem feuchten Mund zu:“Niemals ohne!“ In einem kurzen wachen Moment, versucht er sie mit einem verführerischen Lächeln um zustimmen. Er schickt ihr Küsse. Aber das sind alles nur mehr Handlungen der Verzweiflung. Tausende quälende Fragen rasen ihm durch den Kopf. Doch da ist es schon zu spät, noch bevor er irgendeine Antwort findet. Sie stößt ihn ihren nackten mit nasser Erde bedeckten Fuß entgegen. Verkrampft versucht er ihn zu erhaschen. Doch die Kräfte verlassen ihn. Er fällt in die unendliche Tiefe und Finsternis dieser so verlockend begonnenen Nacht. Spannungsgeladene Klänge von Gitarren. Totale Finsternis. Dann, ein Auflauf Menschen. Gerüchte über den toten, fast nackten Mann im Wald. Eine in schwarz gekleidete Frau überwacht von ihrer Terrasse aus, das Getümmel. Durch ihren Schleier kann man ihre feuchten Augen leicht erahnen. Heute sollte ein anderes Fest gefeiert werden. Eigentlich ein Erfreuliches. Die stolze, schwarze, geheimnisvolle Frau, wollte heute bekanntgeben, dass sie den Verstorbenen liebt. Und, dass das für alle ein Zeichen und ein Hinweis ist, sie gehört nur mehr diesen Mann. Seit 2 Jahren durfte sie alle Männer, die alleine waren, haben. Doch die Spielregeln in diesem Dorf sagen, wenn Du einmal zu viel für den Mann empfindest, dann musst Du das bekannt geben. Noch nie, wurde dieses Gesetz gebrochen. Jeder hielt sich daran und jeder wusste, dass es gut war. Irgendwie war dann alles recht konfus. Tausende Musiksequenzen, die total geil waren. Klänge die durch den Körper schossen. Am Ende sieht man wieder den Wald. Zwei nackte Körper die sich auf dem Moos vereinigt haben. Man kann nicht genau erkennen, ob es die Beiden, vom Beginn sind. Die Szene ist so unbeschreiblich…keine Worte finde ich dafür. Weiß nur, dass ich total fertig, aufgewühlt und erregt um 03:30 Uhr aufgewacht bin.
Bluesanne - 14. Nov, 00:33
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