Teil 26
Don´t look back;-)
Di. 19.05.1998
Nacht jetzt 8 Arbeitstagen in der neuen Firma, kann ich eines schon feststellen, Chaos total. Das wäre im Grunde genommen nicht das Problem. Was mich dabei am meisten stört, ist der Ton der dort herrscht. Täglich lautstarke verbale Kriegszustände. Diese Streitigkeiten empfinde ich jedesmal als sehr unangenehm. Auch wenn sie mich jetzt nicht persönlich betreffen. Was aber nicht bedeutet, dass auch ich schon morgen dabei involviert bin. Das Verzwickte daran ist, ich brauche einen Job und in zweiter Linie auch das Geld. Auf der anderen Seite, habe ich von solchen chaotischen Zuständen in letzter Zeit mehr als genug gehabt. Auch wenn ich dadurch schon etwas immun geworden bin, ich glaube nicht, dass auf Dauer zu wollen. Das bedeutet wieder, eine halbwegs, für mich und meine derzeitige Situation, eine Entscheidung zu treffen. Da diese meist sehr emotional ausfallen, denke ich werde was Anderes suchen. Vom Arbeitsbereich und der Tätigkeit, wäre es sehr Interessant. Selbstständiges umfangreiches Beschäftigungsfeld. Liegt mir sehr. Und ein angemessenes Gehalt ist auch drin. Man (Frau) kann zwar nicht immer alles haben, aber eine gewisse Übereinstimmung der diversen Aspekte sollte schon vorhanden sein. Dieses abwägen von negativen und positiven Seiten steht bei mir schon im Vordergrund. Es macht es zwar nicht immer leicht, aber ich muss damit für mich klar kommen. Sehe das zwar nicht von der schwärzesten Seite, und habe auch schon zweimal davon in der Firma gesprochen, aber so wie ich das momentan empfinde, will ich das nicht. Es ist ja nur gut, dass ich wenigstens weiß, was ich nicht will. Die paar Dinge, die ich ganz tief in mir habe von denen ich überzeugt bin, die halten mich Gott sei Dank meist über Wasser. Die Musik, S., der mich sicher noch braucht, der Glaube an das Gute in anderen Menschen, derer es leider immer weniger gibt. Und natürlich die zu R. Was auch immer er jetzt so treibt, und auch wenn es nichts mehr von mir wissen will. Diese kleinen Stützpfosten halten mich so halbwegs aufrecht. Es reicht schon, wenn ich bei so vielen anderen Sachen meine Zweifel habe und ziemlich misstrauisch bin. Da ja der berufliche Alltagstrott, sowieso einmal wieder einkehrt, möchte ich nicht zusätzlich Troubles um mich haben.
Sa. 23.05.2998
John Lee Hooker
bluest sich im Background weg, die CD von R. aus USA. Sagenhaft, wen man bedenkt, dass das schon mehr als ein Jahr her ist. Die Zeit ist vergangen, aber das intensive, sehnsüchtige Gefühl bei dem Gedanken an ihn ist noch immer da. Bekommt man für manche Dinge im Leben immer nur eine Chance? Diese winzigen Funken von Glück, die an einem vorbeiziehen, und die man vor lauter Fassungslosigkeit, das sowas jetzt nun mir passiert, nicht schnappt und sie ganz fest hält. Am liebsten würde man die Zeit anhalten. Obwohl es sicherlich auch noch andere schöne, angenehme Dinge gibt, die mir ein warmes Gefühl vermitteln (Musik z.B.), ist das der Nähe zu einem Menschen, den man liebt, unerreicht. Möchte das so gerne wieder spüren. Auch wenn viele andere Sachen momentan nicht so gut laufen, wäre das mein größter Wunsch. Es würde mir sicherlich wahnsinnig viel Kraft geben. Möchte nicht wieder in die Trostlosigkeit und Einsamkeit verfallen. Um aus diesen verflixten Kreislauf raus zukommen, wäre ein guter Job schon ganz gut. Die Firma, wo ich ab 11.5. beschäftigt war, stellte sich als absoluter Flop heraus. Am Mi.20.05. war dort mein letzter Tag. Bezüglich Betätigungsfeld wäre es ideal gewesen, doch das kollegiale Klima war eine absolute Katastrophe. Sehe das in diesem Sinn relativ positiv, um was Besseres, Passenderes zu finden. Was natürlich immer kritischer wird, ist das finanzielle in den Griff zu kriegen. Die Alimente für S. sind bis dato nicht auf dem Konto. Und sonst auch keine Aussicht auf ein größeres Plus auf meinem Konto. Abgesehen von den laufenden Zahlungen, kommen da immer wieder (schon 3 Mal) die Schäden an meinem Auto dazu. Widerliche, unnötige Sache. Wahrscheinlich war es R. Er ist ja täglich und nächtlich in der Wohngegend unterwegs. Schaue jetzt immer, genau vor dem Fenster zu parken. Vielleicht erwische ich dann den Trottel. Sonst wäre mir (und war mir bis zu den Beschädigungen) auch ziemlich wurscht, ob er da herumschleicht. Wenn er nicht besseres zu tun hat. S. war jetzt auch schon längere Zeit nicht mit ihm bei Oma. Obwohl er nicht davon spricht, aber ich denke, er weiß genauso wie ich, das R. nicht ganz normal ist. Manchmal würde ich mir schon wünschen, dass er über dieses Scheidungschaos mehr reden würde. Es ist nicht ganz leicht, irgendeine Meinung von ihm zu erfahren. Gestern hat er gesagt, dass wenn ein Mann, der länger als eine Woche bei uns ist, ausziehen würde. Konnte ihn aber dazu sagen, dass das für mich derzeit sowieso nicht in Frage kommt. Auch wenn das manchmal recht angenehm wäre, sobald wird das sicher nicht der Fall sein. Und auch wenn die Ansprüche an das bisschen Nähe zu einem Menschen zur Zeit manchmal sehr groß sind, und die eigenen Bedürfnisse auch nicht weniger werden, denke ich, bleibe ich da konsequent. Lieber eine längere Durstphase durchmachen, bevor ich mir mit überstürzten Entscheidungen, wieder alles zerschlage. Das kann ich S. und mir selber nicht antun.
Mi.27.05.1998
Die letzten drei Tage, waren nicht die angenehmsten. Am Montag, nachdem ich beim Arbeitsamt und kurz in Floridsdorf war, wollte ich absolut nicht zu Hause bleiben. Besuchte R. Kaffeeplauscherl, damit die die Zeit vergeht. Anschließend war ich mit M. beim Tierarzt. Nachher hat sie auf dem Computer für ihre SchwiMu in spe eine Geburtstagskarte fabriziert. Überraschender Weise kreuzte dann der H.R. bei mir auf. Haben uns hauptsächlich über Führerscheinprüfungen unterhalten. Al er dann gehen wollte, läutete auch R. bei mir an. Tür zu, und Tschüss. Am Abend war ich dann ziemlich aufgekratzt und ich musste ganz einfach raus. Bin mit lautstarker Musik im Autoradio herumgefahren. Damit das ganze irgendeinen Sinn hat, bin ich kurz zum McDonald was kaufen. Zu Hause wollte ich dann in aller Ruhe den Brief an H. beantworten. Wie ich aber um ca. 22:30 Uhr R. Auto gehört hatte, riss mir endgültig der Geduldsfaden. Ich bin wie eine hysterische Furie auf die Straße und habe ihn lautstark zur Rede gestellt. Bin dann noch eine Runde herumgefahren. Hoffentlich hat er jetzt endlich kapiert, dass er sich von mir fern halten soll. Er hat dann noch mindestens fünfmal angerufen, aber ich habe gleich aufgelegt. Ich will endlich meinen Frieden haben. Es ist nach diesen Troubles weit nach Mitternacht gewesen, und S. war auch ziemlich fertig. Er ist am Dienstag nicht in der Schule gewesen. Ich war am Vormittag bei der Firma meine Papiere und mein Geld holen. Anschließend in die Windmühlgasse wegen der Abrechnung von Trendwalder. Nachmittag habe ich einen argen Migräneanfall gehabt. Heute war ich nur kurz im EKZ. Von 17:00 – 20:00 Uhr bei M., Gesellschaft beim Bügeln geleistet. Sie meinte wieder einmal, dass ich öfters fortgehen sollte. Muss ehrlich sagen, dazu habe ich absolut keine Lust. Da ich meine negative Lebenslage (sicher nicht in allen Bereichen!) leider immer mit mir herumschleppe, macht es irgendwie keinen Spaß, irgendwo, irgendwie mit irgendwelchen Menschen in Kontakt zu treten. Vielleicht ist es kurzfristig ganz gut, einigen Ballast abzuwerfen, aber auf die Dauer über längeren Zeitraum gesehen, bringt das für mich nicht sehr viel. Habe das vergangene Jahr glaube ich, ausgiebigst getan. Irgendwie immer das Gleiche. Es ist nicht so, dass ich mich in meinen 4 Wänden verkriechen will, aber ich brauche meine ruhigen Stunden mit meiner Musik und meinen tausenden Gedanken. Die, die hauptsächlich aus hunderten unbeantworteten Fragen bestehen. Diese werden durchs viel überlegen zwar auch nicht beantwortet, aber manchmal betrachtet man viele Dinge heute von einer ganz anderen Seite, als es gestern noch war.
Di. 19.05.1998
Nacht jetzt 8 Arbeitstagen in der neuen Firma, kann ich eines schon feststellen, Chaos total. Das wäre im Grunde genommen nicht das Problem. Was mich dabei am meisten stört, ist der Ton der dort herrscht. Täglich lautstarke verbale Kriegszustände. Diese Streitigkeiten empfinde ich jedesmal als sehr unangenehm. Auch wenn sie mich jetzt nicht persönlich betreffen. Was aber nicht bedeutet, dass auch ich schon morgen dabei involviert bin. Das Verzwickte daran ist, ich brauche einen Job und in zweiter Linie auch das Geld. Auf der anderen Seite, habe ich von solchen chaotischen Zuständen in letzter Zeit mehr als genug gehabt. Auch wenn ich dadurch schon etwas immun geworden bin, ich glaube nicht, dass auf Dauer zu wollen. Das bedeutet wieder, eine halbwegs, für mich und meine derzeitige Situation, eine Entscheidung zu treffen. Da diese meist sehr emotional ausfallen, denke ich werde was Anderes suchen. Vom Arbeitsbereich und der Tätigkeit, wäre es sehr Interessant. Selbstständiges umfangreiches Beschäftigungsfeld. Liegt mir sehr. Und ein angemessenes Gehalt ist auch drin. Man (Frau) kann zwar nicht immer alles haben, aber eine gewisse Übereinstimmung der diversen Aspekte sollte schon vorhanden sein. Dieses abwägen von negativen und positiven Seiten steht bei mir schon im Vordergrund. Es macht es zwar nicht immer leicht, aber ich muss damit für mich klar kommen. Sehe das zwar nicht von der schwärzesten Seite, und habe auch schon zweimal davon in der Firma gesprochen, aber so wie ich das momentan empfinde, will ich das nicht. Es ist ja nur gut, dass ich wenigstens weiß, was ich nicht will. Die paar Dinge, die ich ganz tief in mir habe von denen ich überzeugt bin, die halten mich Gott sei Dank meist über Wasser. Die Musik, S., der mich sicher noch braucht, der Glaube an das Gute in anderen Menschen, derer es leider immer weniger gibt. Und natürlich die zu R. Was auch immer er jetzt so treibt, und auch wenn es nichts mehr von mir wissen will. Diese kleinen Stützpfosten halten mich so halbwegs aufrecht. Es reicht schon, wenn ich bei so vielen anderen Sachen meine Zweifel habe und ziemlich misstrauisch bin. Da ja der berufliche Alltagstrott, sowieso einmal wieder einkehrt, möchte ich nicht zusätzlich Troubles um mich haben.
Sa. 23.05.2998
John Lee Hooker
bluest sich im Background weg, die CD von R. aus USA. Sagenhaft, wen man bedenkt, dass das schon mehr als ein Jahr her ist. Die Zeit ist vergangen, aber das intensive, sehnsüchtige Gefühl bei dem Gedanken an ihn ist noch immer da. Bekommt man für manche Dinge im Leben immer nur eine Chance? Diese winzigen Funken von Glück, die an einem vorbeiziehen, und die man vor lauter Fassungslosigkeit, das sowas jetzt nun mir passiert, nicht schnappt und sie ganz fest hält. Am liebsten würde man die Zeit anhalten. Obwohl es sicherlich auch noch andere schöne, angenehme Dinge gibt, die mir ein warmes Gefühl vermitteln (Musik z.B.), ist das der Nähe zu einem Menschen, den man liebt, unerreicht. Möchte das so gerne wieder spüren. Auch wenn viele andere Sachen momentan nicht so gut laufen, wäre das mein größter Wunsch. Es würde mir sicherlich wahnsinnig viel Kraft geben. Möchte nicht wieder in die Trostlosigkeit und Einsamkeit verfallen. Um aus diesen verflixten Kreislauf raus zukommen, wäre ein guter Job schon ganz gut. Die Firma, wo ich ab 11.5. beschäftigt war, stellte sich als absoluter Flop heraus. Am Mi.20.05. war dort mein letzter Tag. Bezüglich Betätigungsfeld wäre es ideal gewesen, doch das kollegiale Klima war eine absolute Katastrophe. Sehe das in diesem Sinn relativ positiv, um was Besseres, Passenderes zu finden. Was natürlich immer kritischer wird, ist das finanzielle in den Griff zu kriegen. Die Alimente für S. sind bis dato nicht auf dem Konto. Und sonst auch keine Aussicht auf ein größeres Plus auf meinem Konto. Abgesehen von den laufenden Zahlungen, kommen da immer wieder (schon 3 Mal) die Schäden an meinem Auto dazu. Widerliche, unnötige Sache. Wahrscheinlich war es R. Er ist ja täglich und nächtlich in der Wohngegend unterwegs. Schaue jetzt immer, genau vor dem Fenster zu parken. Vielleicht erwische ich dann den Trottel. Sonst wäre mir (und war mir bis zu den Beschädigungen) auch ziemlich wurscht, ob er da herumschleicht. Wenn er nicht besseres zu tun hat. S. war jetzt auch schon längere Zeit nicht mit ihm bei Oma. Obwohl er nicht davon spricht, aber ich denke, er weiß genauso wie ich, das R. nicht ganz normal ist. Manchmal würde ich mir schon wünschen, dass er über dieses Scheidungschaos mehr reden würde. Es ist nicht ganz leicht, irgendeine Meinung von ihm zu erfahren. Gestern hat er gesagt, dass wenn ein Mann, der länger als eine Woche bei uns ist, ausziehen würde. Konnte ihn aber dazu sagen, dass das für mich derzeit sowieso nicht in Frage kommt. Auch wenn das manchmal recht angenehm wäre, sobald wird das sicher nicht der Fall sein. Und auch wenn die Ansprüche an das bisschen Nähe zu einem Menschen zur Zeit manchmal sehr groß sind, und die eigenen Bedürfnisse auch nicht weniger werden, denke ich, bleibe ich da konsequent. Lieber eine längere Durstphase durchmachen, bevor ich mir mit überstürzten Entscheidungen, wieder alles zerschlage. Das kann ich S. und mir selber nicht antun.
Mi.27.05.1998
Die letzten drei Tage, waren nicht die angenehmsten. Am Montag, nachdem ich beim Arbeitsamt und kurz in Floridsdorf war, wollte ich absolut nicht zu Hause bleiben. Besuchte R. Kaffeeplauscherl, damit die die Zeit vergeht. Anschließend war ich mit M. beim Tierarzt. Nachher hat sie auf dem Computer für ihre SchwiMu in spe eine Geburtstagskarte fabriziert. Überraschender Weise kreuzte dann der H.R. bei mir auf. Haben uns hauptsächlich über Führerscheinprüfungen unterhalten. Al er dann gehen wollte, läutete auch R. bei mir an. Tür zu, und Tschüss. Am Abend war ich dann ziemlich aufgekratzt und ich musste ganz einfach raus. Bin mit lautstarker Musik im Autoradio herumgefahren. Damit das ganze irgendeinen Sinn hat, bin ich kurz zum McDonald was kaufen. Zu Hause wollte ich dann in aller Ruhe den Brief an H. beantworten. Wie ich aber um ca. 22:30 Uhr R. Auto gehört hatte, riss mir endgültig der Geduldsfaden. Ich bin wie eine hysterische Furie auf die Straße und habe ihn lautstark zur Rede gestellt. Bin dann noch eine Runde herumgefahren. Hoffentlich hat er jetzt endlich kapiert, dass er sich von mir fern halten soll. Er hat dann noch mindestens fünfmal angerufen, aber ich habe gleich aufgelegt. Ich will endlich meinen Frieden haben. Es ist nach diesen Troubles weit nach Mitternacht gewesen, und S. war auch ziemlich fertig. Er ist am Dienstag nicht in der Schule gewesen. Ich war am Vormittag bei der Firma meine Papiere und mein Geld holen. Anschließend in die Windmühlgasse wegen der Abrechnung von Trendwalder. Nachmittag habe ich einen argen Migräneanfall gehabt. Heute war ich nur kurz im EKZ. Von 17:00 – 20:00 Uhr bei M., Gesellschaft beim Bügeln geleistet. Sie meinte wieder einmal, dass ich öfters fortgehen sollte. Muss ehrlich sagen, dazu habe ich absolut keine Lust. Da ich meine negative Lebenslage (sicher nicht in allen Bereichen!) leider immer mit mir herumschleppe, macht es irgendwie keinen Spaß, irgendwo, irgendwie mit irgendwelchen Menschen in Kontakt zu treten. Vielleicht ist es kurzfristig ganz gut, einigen Ballast abzuwerfen, aber auf die Dauer über längeren Zeitraum gesehen, bringt das für mich nicht sehr viel. Habe das vergangene Jahr glaube ich, ausgiebigst getan. Irgendwie immer das Gleiche. Es ist nicht so, dass ich mich in meinen 4 Wänden verkriechen will, aber ich brauche meine ruhigen Stunden mit meiner Musik und meinen tausenden Gedanken. Die, die hauptsächlich aus hunderten unbeantworteten Fragen bestehen. Diese werden durchs viel überlegen zwar auch nicht beantwortet, aber manchmal betrachtet man viele Dinge heute von einer ganz anderen Seite, als es gestern noch war.
Bluesanne - 11. Nov, 22:57
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